0

| Frauen in Führung

Die Chefetage: ein exklusiver Männerclub?

In Führungszirkeln gibt es noch wenige Frauen – weil Männer unter sich bleiben wollen, so eine Studie.
Bild: PhotoDisc Inc.

Männer wollen keine Frauen in Führungspositionen, sie bleiben lieber unter sich. Das vermuten die Teilnehmer einer Studie als wichtigen Grund für die fehlende Führungsbeteiligung von Frauen. Doch auch geschlechterspezifische Kommunikationsstile könnten dabei eine Rolle spielen.

Noch immer gibt es zu wenige Frauen in Führungspositionen – und gleichzeitig zahlreiche Theorien dazu, warum das so ist. Ein oft gehörtes Argument dabei ist, dass es immer noch an Betreuungsplätzen für Kinder mangelt. Einer neuen Studie der CGC Consulting GmbH zufolge ist die Kinderbetreuung allerdings nicht mehr der größte Hinderungsgrund: Denn im Vergleich zu einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2006 bewerteten die Befragten in diesem Jahr das Betreuungsangebot als mehr als ausreichend.

Vor acht Jahren sah die Situation noch anders aus: Damals vertrat noch die überwiegende Mehrheit der Befragten die Ansicht, dass es an Betreuungsangeboten mangele und Frauen daher, ob ihrer familiären und persönlichen Verpflichtungen, nur selten den Weg an die Spitze eines Unternehmens fänden.

Kein wirkliches Interesse an Frauen in Führungspositionen

Dieses Jahr äußerte indes die überwiegende Mehrheit der 400 befragten Führungskräfte und Personalentscheider die Vermutung, dass Männer eigentlich kein wirkliches Interesse an Frauen in Führungspositionen hätten und daher lieber unter sich blieben. Als weiteren wichtigen Grund für die mangelnde Führungsbeteiligung von Frauen nannten die Befragten die unterschiedlichen Kommunikationsstile der Geschlechter.

Das Unvermögen, mit den unterschiedlichen Kommunikationsstilen umzugehen, spricht nicht gerade für eine hohe Team- und eine gesteigerte Empathiefähigkeit auf der Chefetage. Allerdings sieht eine überwiegende Mehrheit gerade solche Soft Skills als für die Unternehmensführung als unbedingt erforderlich beziehungsweise sehr wichtig an. Es gibt also offenbar Nachholbedarf in diesem Bereich.

"Unternehmen können es sich nicht leisten, auf Frauen zu verzichten"

"Der massive Ausbau von Betreuungsplätzen und die Setzung von steuerlichen, legislativen und allgemein monetären Anreizen durch den Staat hat die Situation nicht verändert. Im Gegenteil, der Staat hat so die Unternehmen teilweise aus ihrer Verantwortung entlassen", kommentiert Claus Goworr, Chef der CGC Consulting, die Ergebnisse. "Letztlich wird der Anteil von weiblichen Führungskräften nur dann signifikant steigen, wenn die Unternehmen begreifen, dass es in ihrem eigenen Interesse liegt und sie es sich nicht leisten können, gerade vor dem Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels, auf die spezifischen Stärken von Frauen zu verzichten", so Goworr.  Davon müssten die Verantwortlichen dann nur noch ihre exklusiven Männerclubs auf der Chefetage überzeugen.

Haufe Online Redaktion

Frauen, Führung

Aktuell

Meistgelesen