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| Digitalisierung

Forschungsprojekt offenbart Blick ins Hotel der Zukunft

Das Hotelzimmer per Mausklick dem eigenen Stil anpassen? Im "Futurehotel" kein Problem.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Einen Prototypen des Hotel 4.0 gibt es schon: Das Hotel Schani in Wien, das in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IAO entstanden ist. Erforscht und erprobt werden hier innovative digitale Konzepte. Hoteliers kritisieren indes, dass sich solche Konzepte negativ auf die Personal-Gast-Beziehung auswirken.

Computergestützt, vernetzt und vor allem individualisierbar muss das Hotel der Zukunft sein. Zu diesem Ergebnis kommt das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), das in Stuttgart das Forschungsprojekt 'Futurehotel' ins Leben gerufen hat, um die Gastronomie auf die Herausforderungen der Digitalisierung einzustellen.

Mobile-Konzept hält Einzug in die Gastronomie

Im Rahmen dieses Verbundprojekts haben die Wissenschaftler bereits erste Innovationen vorgestellt, die zurzeit im Praxistest erprobt werden und schon ab dem Jahr 2020 den Hotelalltag bestimmen könnten. So soll durch die Einbindung von Informationstechnologien ein "situations-basierter" und "personalisierter" Service ermöglicht werden, der von der Hotelbuchung über den Check-In-Vorgang bis hin zur Individualisierung der Räumlichkeiten Prozesse vereinfacht und automatisiert.

Das Smartphone des Gastes soll dabei ebenso integriert werden wie innovative Konzepte zur Sprachsteuerung technischer Geräte oder komfortable digitale Zahlungsoptionen. So wird das Thema "Mobile" konkret in den Alltag der Gastronomie Einzug halten.

Bisherige Ergebnisse des Forschungsprojekts

Auf der Basis der bisherigen Forschungen zeichnen sich im Einzelnen folgende Innovationen ab, die bereits im Jahr 2020  den Hotelalltag bestimmen könnten:

  • Der Gast braucht keinen Zimmerschlüssel mehr. Über einen Pin Code, der ihm vor der Ankunft auf sein Smartphone übermittelt wird, kann er ohne Kontakt zur Rezeption sein Zimmer betreten.
  • Ein Stammgast kann sich ein bestimmtes Zimmer wünschen, das sich dann automatisch an die Vorlieben dieses Gasts erinnert.  
  • Sobald ein Gast sein Zimmer betritt, erkennen Sensoren im Boden seine Bewegungen und steuern das Raumlicht entsprechend.
  • Die Farbe der Zimmerbeleuchtung kann der Gast individuell und frei wählbar auf seine Bedürfnisse ausrichten (grünes Licht gilt als erfrischend, oranges Licht als inspirierend, blaues Licht als aktivierend).
  • Auf Wunsch kann der Gast sein Bett in horizontale, sanfte Schwingungen versetzen. Diese Pendelbewegung dient der Entspannung.
  • Im Bad wurde warmes Holz mit sachlichem Weiß der Keramik kombiniert. Das Bad verwandelt sich auf Wunsch in eine Wellnessoase: Infrarotstrahler sorgen für Sauna-Feeling, Duftspender versprühen Aromen nach Wahl und in der Duschwanne gibt es eine Fußmassage.
  • Das Hotelzimmer verwandelt sich auf Kommando in ein Arbeitszimmer. Jede mitgebrachte Technik kann schnell und einfach installiert werden. Zusätzlich zum TV-Gerät des Hotels kann das Fenster des Hotelzimmers in ein „riesiges“ Display verwandelt werden, das dazu dient Videokonferenzen zu führen. Auf diesem Display kann der Gast auch seine Fotos und Filme betrachten.
  • Ein zimmereigener Roboter kann losgeschickt werden, um die Schuhe ans Bett zu bringen oder um aus einem zentralen Depot Getränke zu holen.

Digitalisierung ist Thema bei Hotelierkongress

Wie die erprobten Konzepte im Hotel der Zukunft zeigen, könnte sich die Digitalisierung künftig in hohem Maße auf den auf Ablauf- und Wertschöpfungsprozesse in der Gastronomie auswirken. Ob dadurch allerdings eine umfassende 'Gastronomie 4.0' entstehen wird, muss sich erst zeigen.

Auf dem Hotelierkongress 2015 in Kitzbühl hat man sich des Themas jedenfalls angenommen. Dessen Teilnehmer sind sich allerdings noch uneins: Während viele von ihnen in den neuen Technologien die Möglichkeiten für einen besseren, einen persönlicheren, Service sehen, kritisieren andere Stimmen eben diesen Punkt und prognostizieren das Verschwinden der Personal-Gast-Bindung.

Dies ist ein Auszug aus dem Beitrag "Das Hotel der Zukunft", der in der kommenden Ausgabe unseres Sonderhefts "Tagen" erscheint. Das neue "Tagen"-Heft liegt der Oktoberausgabe der Zeitschriften "Wirtschaft + Weiterbildung" und "Acquisa" bei.

Haufe Online Redaktion

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