Finanzthemen stehen für MBA-Interessenten im Vordergrund

Das britische Beratungsunternehmen Carrington-Crisp hat in einer neuen Studie "Tomorrow's MBA" 632 potenzielle MBA-Studenten aus 56 Ländern befragt. Die Studie gibt Aufschluss darüber, welche Inhalte nachgefragt werden, welche Studienformen am beliebtesten sind und was sich die Studenten von ihrem MBA-Studium versprechen.

Finanzthemen sind für MBA-Interessenten die wichtigsten akademischen Inhalte. Auf Platz Eins steht mit 39 Prozent das Fach "Business and Financial Environment", gefolgt von "Business Law" (24 Prozent) und "Corporate Finance" (23 Prozent). 

Das hat das britische Beratungsunternehmen Carrington-Crisp in seiner neuen Studie "Tomorrow's MBA" in Kooperation mit der EFMD (European Foundation for Management Development) in Brüssel herausgefunden. Befragt wurden 632 potenzielle MBA-Studenten aus 56 Ländern. 

Leadership und Strategie sind nicht mehr unter den Top-Ten-Inhalten

Damit gibt es eine überraschende Änderung gegenüber den Vorjahren. Denn in den vergangenen sechs Jahre standen die Themen Leadership und Strategie an der Spitze. Diese landen diesmal nicht mehr unter den Top Ten sondern liegen auf Platz 13 und 14. Und das obwohl Leadership mit 34 Prozent nach wie vor die wichtigste Fähigkeit ist, die Studenten während ihres MBA-Studiums entwickeln wollen.

Angesichts der Unsicherheiten auf den globalen Märkten, wollten die Studenten die wirtschaftlichen Grundlagen verstehen, erklärt Studienautor Andrew Crisp. Auftrieb verliehen dem Fach aber auch die boomenden Fintechs und die damit verbundenen Jobangebote.

Das Ergebnis werfe auch die Frage auf, ob Leadership etwas sei, was man lehren könne oder ob man es durch Erfahrung lerne, erklärt Crisp. Die Daten wiesen darauf hin, dass die Studenten Leadership nicht als alleinstehendes akademisches Fach sehen, sondern als eine wichtige Fähigkeit, die sich durch alle Bereiche eines MBA-Studiums zieht. 

Berufsbegleitendes Studium wird bevorzugt

Bei den Studienformen liegt das zweijährige Vollzeit-Studium mit 30 Prozent vor der einjährigen Variante mit 27 Prozent. Die Mehrheit (40 Prozent) bevorzugt allerdings ein berufsbegleitendes Studium, sei es als Part-time (15 Prozent), Executive MBA (sechs Prozent), Blended Learning (Online- und Präsenzphasen) mit drei Prozent oder als reines Online-Programm (16 Prozent).

Wie im Vorjahr bevorzugen mit 51 Prozent mehr Interessenten einen spezialisierten MBA gegenüber einem auf General-Management konzentrierten Studium. Am beliebtesten sind dabei Spezialiserungen in IT, Finance und Entrepreneurship. Human Resource Management steht mit weniger als vier Prozent auf Platz Neun.  

Höheres Einkommen und Employability

Bei den Gründen für ein MBA-Studium steht ein höheres Einkommen an erster Stelle. Das gilt vor allem für Amerikaner und Inder. Bei den Europäern ist es dagegen der Wunsch nach einer besseren Employabilty. Als zweithäufigste Aussage geben die MBA-Interessenten an, dass sie schon immer einen MBA als Teil ihrer persönlichen Entwicklung geplant haben. Auf Platz Drei liegt der Wunsch nach einer internationalen Karriere. 

Bei der Wahl der Business School spielen fünf Kriterien bei jeweils mehr als 25 Prozent der Befragten eine Rolle: die akademische Reputation, die Qualität der Lehre, die Möglichkeit der Spezialisierung, die Akkreditierung des Programms oder der Schule sowie die internationale Ausrichtung des Programms. 

Studienfinanzierung wird ein Thema

Erstmals wurde die Studieninteressenten auch dazu befragt, wie sie ihr Studium finanzieren wollen. Mehr als ein Fünftel der potenziellen MBA-Studenten wissen nicht, wie sie ihr Studium bezahlen sollen. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) gibt an, abhängig von einem Stipendium zu sein. 35 Prozent wollen einen Kredit aufnehmen. 26 Prozent setzen auf einen Rabatt und ebenfalls 26 Prozent auf eine signifikante Unterstützung durch ihren Arbeitgeber. 
 

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