27.07.2011 | HR-Management

Vierte Antwort auf den Fachkräftemangel: Virtuelle und kurzfristige Mobilität fördern

Personaler müssen die Mobilität ihrer Mitarbeiter fördern, wenn sie im Kampf um Fachkräfte bestehen wollen. So können sie flexibler auf bestehende Ressourcenprobleme reagieren. Das empfiehlt die Boston Consulting Group auf Basis einer Datenanalyse, die sie mit dem Weltwirtschaftsforum erstellt hat.

Internationale Versetzungen und Rotationsprogramme  können den Fachkräftemangel in kritischen Regionen und Geschäftsbereichen eine Zeit lang ausgleichen. Unternehmen müssen daher in Programme investieren, die Talente und Geschäftsfelder über geographische Regionen hinweg verknüpfen. Dabei sollten sich Unternehmen heute nicht auf Mobilität im klassischen Sinne beschränken.  Eine durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologie wachsende virtuelle Mobilität, von weltweiten Videokonferenzen bis sozialen Netzwerken, ermöglicht eine internationale Zusammenarbeit ohne zwingend erforderliche Ortswechsel.

Diese neuen Formen der Kooperation und Kommunikation werden einen Wandel der Unternehmenskultur mit sich führen. Eine Anwesenheitskultur mit fixen Arbeitszeiten wird abgelöst werden von einer Leistungskultur, die sich stärker an den Ergebnissen als an physischer Präsenz orientiert. Die Mitarbeiter sind frei in der Entscheidung, wann, wo und auf welche Weise sie die geforderten Leistungen erbringen.

 

Best Practices: Job-Rotation und kurzfristige Arbeitseinsätze

Das Unternehmen Web Ex verfügt über ein Job-Rotationsprogramm für seine Mitarbeiter, das an der Geschäftsstrategie ausgerichtet ist. Bei Boehringer Ingelheim haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, internationale Arbeitseinsätze von bis zu sechs Monaten zu absolvieren. Sie erhalten dabei die volle Unterstützung für ihre Familie wie zum Beispiel kostenfreie Heimatbesuche einmal im Moment oder eine Kinderbetreuung.

Auch Regierungen setzen verstärkt auf physische und virtuelle Mobilität. So forciert die US-Regierung zum Beispiel die "E-Verwaltung" mit Angeboten wie einem Chat, in dem während der Arbeitszeit Fragen beantwortet werden. Die EU setzt auf größere Mobilität der Studenten und fördert den Austausch unter den europäischen Universitäten wie zum Beispiel mit dem Erasmus-Programm.

 

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