16.05.2013 | Fachkräftemangel

Mehr Sorgen in Ausbildungsberufen als bei Akademikern

Gerade bei den Installateuren sind Fachkräfte rar.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nicht unbedingt die Akademiker sind es, die den Unternehmen im Fachkräftemangel Sorgen machen. Vor allem in den Ausbildungsberufen suchen sich händeringend nach Bewerbern, so eine aktuelle Studie. Einer weiteren Studie zufolge haben gerade kleine Betriebe viele offene Stellen.

Laut der aktuellen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) fehlen Fachkräfte in 20 Prozent aller Berufe, die eine abgeschlossene Ausbildung voraussetzen. Bei den Akademikerberufen sind es nur 14 Prozent. Besonders in den Bereichen Energie, Elektro sowie Maschinen- und Fahrzeugtechnik finden die Unternehmen keine geeigneten Bewerber. In diesen Branchen würden zwar auch Akademiker händeringend gesucht, sagte eine IW-Sprecherin. Am größten sei der Mangel aber bei den Arbeitern mit Berufsausbildung wie etwa bei Mechanikern, Gerätebauern, Monteuren und Installateuren.

Über alle Berufe hinweg sind die Engpässe bei der Fachkrankenpflege am massivsten. Auf 100 offene Stellen kommen nur 27 Krankenpfleger mit Weiterbildungsabschluss.

Für die Engpassanalyse haben die Analysten die Zahl der Arbeitslosen entsprechend ihrer Qualifikation mit den gemeldeten, offenen Stellen verglichen. Das IW erstellt die Analyse zweimal jährlich für das Bundeswirtschaftsministerium. Da die Wissenschaftler im vergangenen Jahr die Berufskategorien angepasst haben, ist ein Vergleich mit Vorgängerstudien nicht möglich.

Vier von zehn unbesetzten Stellen in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern

Gerade in kleinen Betrieben sind nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern viele Stellen offen. Im vergangenen Quartal fanden sich vier von zehn unbesetzten Stellen in Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitern, wie aus einer repräsentativen Arbeitgeberbefragung des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht. In den ersten drei Monaten dieses Jahres gab es bundesweit 950 000 offene Stellen. 71 Prozent davon wollten die Arbeitgeber sofort besetzen, beim Rest suchten sie Personal für einen späteren Einstellungstermin. Knapp die Hälfte der Stellen meldeten die Betriebe auch den Arbeitsagenturen.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften war in den verschiedenen Branchen laut IAB sehr unterschiedlich. Im Metallbereich lag die Zahl der offenen Stellen mit 12 000 um ein Viertel unter der des Vorjahresquartals. Zuwächse gab es dagegen im Gastgewerbe, im Handel und in der Erziehung.

Schlagworte zum Thema:  Fachkräftemangel, Ausbildung, Akademiker

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