| Fachkräftemangel

Investitionen in Recruiting steigen

Recruiting: Obwohl die Unternehmen mehr investieren, bleiben weiterhin viele Stellen unbesetzt.
Bild: Image Source/Corbis

Die Unternehmen nutzen verstärkt ihre unterschiedlichen Recruiting-Kanäle, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Sie sind dabei aber anscheinend nicht erfolgreich genug. Das legt die Studie "Recruiting Trends 2014" nahe. Danach bleiben viele Stellen weiterhin unbesetzt.

Die Studie "Recruiting Trends" von Monster Deutschland und dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) bildet seit über zehn Jahren das Recruiting-Verhalten der 1.000 größten Unternehmen in Deutschland ab. Der Vergleich der Studien deckt auf, dass seit Jahren der Anteil an Stellen, die nicht oder nur schwierig besetzt werden können, in etwa gleich bleibt – bei sechs beziehungsweise 36 Prozent. Und das obwohl laut der Studie alle Recruiting-Kanäle - außer den Printmedien - eine zunehmende Nutzung aufweisen.

Die Unternehmen reagieren darauf, indem sie stärker aktiv suchen und Social Media ins Spiel bringen. Allerdings sind immer noch mit großem Abstand die Unternehmens-Webseite (91 Prozent) und die Internet-Stellenbörsen (70 Prozent) am häufigsten im Einsatz. Im Vergleich wesentlich seltener sind Mitarbeiterempfehlungen (24 Prozent) und Social Media (20 Prozent). Diese überholen aber immerhin inzwischen die Stellenanzeigen in Printmedien (15 Prozent). Der Trend, dass Unternehmen immer noch am meisten Wert auf die Informationen auf der eigenen Karrierewebseite legen, bestätigt auch eine aktuelle Studie des Dienstleisters ADP.

Die Direktansprache nimmt deutlich zu

Deutlich zugenommen hat das Active Sourcing, die Identifikation und Direktansprache interessanter Kandidaten durch Unternehmen. Aktuell gehen die 1.000 größten deutschen Firmen bei 14 Prozent ihrer Vakanzen aktiv und gezielt auf geeignete Kandidaten zu. Hierbei setzen die meisten (86 Prozent) auf einen eigenen Talentpool. Auf Platz zwei beim Active Sourcing steht laut Studie das persönliche Netzwerk (80 Prozent) und auf Platz drei Karriere-Events für Studenten und/oder Absolventen (71 Prozent).

Wie die parallele Studie "Bewerbungspraxis 2014" (ebenfalls von Monster und CHRIS) zeigt, nutzen die Kandidaten am häufigsten Lebenslaufdatenbanken von Internet-Stellenbörsen, öffentliche Profile in Karrierenetzwerken und Lebenslaufdatenbanken von Unternehmen, um sich von diesen finden zu lassen.

Unterschiedliche Meinungen zu Mobile Recruiting

Unterschiede bei den Unternehmens- und Kandidatenmeinungen zeigen sich auch beim Thema "Mobile Recruiting". Zwei Drittel der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte einen großen Einfluss auf die Rekrutierung haben wird. 59 Prozent sagen auch, dass die Ansprache von Kandidaten über mobile Endgeräte sinnvoll ist – deutlich mehr als noch vor einem Jahr (43 Prozent). Rund ein Viertel der Firmen hat die Karriere-Webseite für mobile Endgeräte optimiert, jedes zehnte Unternehmen bietet Apps zur mobilen Stellensuche an.

Doch aus Kandidatensicht sind die Unternehmen noch nicht ideal auf das Mobile Recruiting ausgerichtet. Jeder vierte Kandidat findet die Mobildarstellungen problematisch. Die Kandidaten wünschen sich laut der Studie "Bewerbungspraxis 2014" vor allem mehr Apps von Jobbörsen und mehr Apps von Unternehmen für die Stellensuche.

Die Bewerbung dagegen schicken die meisten weiterhin von zuhause ab. 83 Prozent sitzen dabei am heimischen Computer, 21 Prozent nutzen zuhause auch ein Tablet und 15 Prozent ein Smartphone für die Bewerbung. Nur zwölf Prozent versenden Bewerbungen vom Arbeitsplatz. Und nur neun beziehungsweise vier Prozent geben an, sich auch mal unterwegs vom Smartphone oder vom Tablet beworben zu haben.

Haufe Online Redaktion

Recruiting