| Fachkräfteindex

2015 war das Jahr der Personaler

Besonders begehrt auf dem Arbeitsmarkt 2015: Personalfachleute, Ärzte und Pfleger.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Personalfachleute zählten 2015 zu den begehrtesten Fachkräften auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das zeigt der Fachkräfteindex der Online-Jobbörse Stepstone.

Der Stepstone-Fachkräfteindex wertet die Stellenausschreibungen aller relevanten Online- und Print-Plattformen in Deutschland monatlich aus. In der Gesamtauswertung für 2015 lässt er einen Anstieg der Nachfrage  nach Fachpersonal über alle Berufsgruppen hinweg um 16 Prozent erkennen.

Spezialisten im Personalbereich gesucht

Dabei zeigt sich, dass der Bedarf an Spezialisten in den Personalabteilungen in den letzten zwei Jahren deutlich gestiegen ist: Die Anzahl der Stellenausschreibungen für das Personalwesen erhöht sich seit 2013 konstant und erreichte 2015 mehrfach Spitzenwerte. Den Entscheidern in deutschen Unternehmen, so die Interpretation der Studienautoren, scheint zunehmend bewusst zu werden, dass die Aufstellung der Personalabteilung entscheidende Bedeutung für den Unternehmenserfolg hat.

Lohnbuchhalter sind begehrt

Auch im Finanz- und Rechnungswesen stieg die Nachfrage, für das erste Halbjahr betrug das Plus 17 Prozent. Hier manifestieren sich zwei Trends. Zum einen scheint sich die Finanzbranche nach der Krise wieder zu stabilisieren, zum anderen bricht in den deutschen Personalabteilungen qualifiziertes Personal zunehmend weg: Viele Buchhalter in Deutschland stehen kurz vor dem Ruhestand und können nicht in ausreichendem Maße von Nachfolgern ersetzt werden. Entgeltabrechner sind so begehrt, dass sie laut einer Prognose des Personaldienstleisters Robert Half 2016 sogar mit der zweithöchsten Gehaltssteigerung im Finanz- und Rechnungswesen rechnen können.

Fachkräftemangel im Gesundheitsbereich bleibt

Die mit Abstand stärkste Entwicklung zeigte sich dem Stepstone-Fachkräfteindex zufolge im Gesundheitswesen, das vom demografischen Wandel gleich doppelt betroffen ist. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Nachfrage nach medizinischen Fachkräften in der Folge überproportional gewachsen: Der Bedarf an Ärzten stieg um 33 Prozent, an Arzthelfern und Pflegekräften um 32 Prozent.

Fachkräftebedarf wächst in allen 16 Bundesländern

Die Anzahl der Stellenausschreibungen ist zuletzt in allen Regionen gestiegen – wenn auch auf sehr unterschiedlichem Niveau: Während in ganz Deutschland im ersten Halbjahr 2015 pro Monat durchschnittlich 340 Stellenausschreibungen für Fachkräfte auf je 100.000 Erwerbsfähige kamen, lagen die Vergleichswerte vor allem in den südlichen Wirtschafts- und Industrieregionen deutlich höher. Entsprechend gehörten Hessen (524), Bayern (469) und Baden-Württemberg (480) zu den Flächenländern mit überdurchschnittlich hohem Personalbedarf.

Noch dringender wurden Fachkräfte nur in den drei deutschen Stadtstaaten gesucht. Dabei lag Hamburg (961) weit vor Berlin (575) und Bremen (547). Allerdings werden in urbanen Ballungsräumen aufgrund der Einwohner- und Unternehmenskonzentration naturgemäß besonders viele Stellen ausgeschrieben. Das erschwert den Vergleich mit den Flächenländern. Schlusslicht beim Fachkräftebedarf war der strukturschwache Osten: In Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen lag die Nachfrage rund 60 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

IT-Fachkräfte und technische Berufe meistgesucht

Quantitativ betrachtet herrscht in Deutschland in der Informationstechnik der größte Fachkräftebedarf: Bundesweit gab es im vergangenen Jahr für diese Branche 52 Stellenausschreibungen je 100.000 Erwerbsfähige. Was die absoluten Zahlen angeht, war in keinem anderen Bereich die Nachfrage nach Fachpersonal höher. Dicht dahinter folgte die Gruppe der technischen Berufe (51), zu der unter anderem Jobs aus der Medizin- und Biotechnologie sowie der Metall- und Elektroindustrie gehören.

Haufe Online Redaktion

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