09.10.2013 | Pisa für Erwachsene

Durchschnittliche Deutsche können von Finnen und Japanern lernen

Rund jeder Fünfte Deutsche hat Probleme mit Matheaufgaben, so eine Studie.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bei der nächsten Weiterbildung sollten Verantwortliche die Erkenntnisse einer OECD-Studie unter dem Titel "Pisa für Erwachsene" beachten: Demnach können die Deutschen zwar durchschnittlich lesen, rechnen und Probleme lösen. Aber die Leistungen schwanken unter den Studienteilnehmern stark.

Die Pisa-Studie hat vor einigen Jahren zu einem Aufschrei in der deutschen Bevölkerung geführt, so schlecht schnitten deutsche Schüler dabei ab. Etwas beruhigen mögen da auf den ersten Blick die Ergebnisse der Studie "Skills Outlook 2013", deren Ergebnisse auf der sogenannten PIAAC-Studie (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) fußen: Sie spricht deutschen Erwachsenen durchschnittliche mathematische und sprachliche Fähigkeiten zu. Die Studie ist von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht worden, die dafür 16- bis 65-Jährige aus 24 Ländern auf verschiedene Alltagskompetenzen wie Lesen, Rechnen und das Lösen von Problemen mithilfe von Computern testete.

Japan und Finnland liegen vorne

In der ersten Disziplin "Lesen", die den Teilnehmern das Verstehen, Interpretieren und Bewerten von Texten abverlangte, liegen die Deutschen knapp unter dem OECD-Durchschnitt. Doch im Detail zeigt sich, dass nicht alle deutschen Teilnehmer durchschnittliche Fähigkeiten besitzen: 10,7 Prozent der deutschen Testpersonen erreichten zwar die höchsten Qualitätsstufen. Alarmierend ist allerdings, dass 17,5 Prozent der Menschen in Deutschland maximal in der Lage sind, kurze Texte mit einfachem Vokabular zu lesen und ihnen in stark begrenztem Maße Informationen zu entnehmen. Als Vorbild für die deutschen Erwachsenen können Japaner und Finnen dienen: Diese bewiesen in der Untersuchung das beste Leseverständnis.

Rund jeder Fünfte rechnet auf Grundschulniveau

Immerhin konnten die deutsche Erwachsenen beim Lösen von Alltagsaufgaben, die mathematisches Verständnis erfordern, etwas mehr punkten: Im Schnitt schlugen sich die deutschen Teilnehmer hier im Schnitt etwas besser als die internationale Vergleichsgruppe. 14,2 Prozent meisterten die Aufgaben sogar auf den besten Kompetenzstufen der Bewertung. Doch auch hier konnten 18,5 Prozent der Testpersonen nicht mit ihrem Können glänzen: So viele kamen nicht über das Grundniveau hinaus, das einfaches Zählen, Sortieren und Verwenden der Grundrechenarten erfordert. Dabei sind sie OECD-weit leider in guter Gesellschaft: Hier rechnen 19 Prozent auf demselben niedrigen Level. Auch bei diesen mathematischen Aufgaben konnten sich Japan und Finnland als beste Länder hervortun.

Schlagworte zum Thema:  Bildung, Betrieb, Weiterbildung

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