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Erste Vollerhebung berufsbegleitender und dualer Studienangebote vorgelegt

Ein Team des HIS-Instituts für Hochschulforschung hat erstmals das Angebot an berufsbegleitenden und dualen Studiengängen in Deutschland vollständig erfasst. Zentrales Ergebnis: Das Gesamtangebot ist durchaus noch ausbaufähig.

Vor allem der Bereich der berufsbegleitend studierbaren Bachelorstudiengänge ist bislang noch wenig ausgebaut. So identifizierten der Studienleiter Karl-Heinz Minks und sein Team lediglich 257 berufsbegleitende Bachelorstudiengänge. Dies entspricht einem Anteil von etwa fünf Prozent an allen Bachelorstudiengängen. Die meisten finden sich in den Wirtschaftswissenschaften (42 Prozent), gefolgt von den Ingenieurwissenschaften (18 Prozent). Die anderen Fachrichtungen weisen deutlich niedrigere Anteile auf.

Berufsbegleitende Bachelorstudiengänge sind gegenwärtig zudem noch eine Domäne der Fachhochschulen. Nur jeder siebte wird von einer Universität angeboten. Besonders aktiv sind private Hochschulen, die in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen konnten: Obwohl es in Deutschland deutlich weniger private als staatliche Hochschulen gibt, wird fast jeder zweite berufsbegleitende Bachelorstudiengang von einer privaten Hochschule angeboten.

 

Berufsbegleitende Masterstudiengänge werden relativ häufig angeboten

Im Gegensatz dazu ist das Angebot berufsbegleitender Masterstudiengänge deutlich größer. In der Studie werden knapp 700 solcher Masterstudiengänge erfasst; dies entspricht etwa 17 Prozent des Gesamtangebots an allen Masterstudiengängen. Auch hier sind die Wirtschaftswissenschaften am stärksten vertreten. Sie bieten 46 Prozent aller berufsbegleitenden Masterprogramme an. Mit einem Anteil von 11 Prozent folgen die Ingenieurwissenschaften. Naturwissenschaftliche Fachrichtungen sind im Master hingegen so gut wie nicht berufsbegleitend studierbar.

Im Unterschied zu den Bachelorstudiengängen werden berufsbegleitende Masterstudiengänge von Universitäten und Fachhochschulen in etwa gleichem Maße angeboten. Auch sind die privaten Hochschulen in diesem Sektor nicht dominant; vielmehr werden zwei Drittel der berufsbegleitend studierbaren Masterprogramme von staatlichen Hochschulen offeriert.

 

Großes Angebot an dualen Bachelorstudiengängen und Zertifikatskursen

Die Studie identifizierte außerdem insgesamt 800 duale Bachelorstudiengänge, die zumeist eine Ausbildung oder Beschäftigung in einem Betrieb mit einem Studium verbinden. Duale Bachelorstudiengänge werden insbesondere in den Wirtschafts-, Ingenieurwissenschaften und im Sozialwesen angeboten.

Sehr groß ist auch das Angebot an sogenannten Zertifikatskursen, also Studienprogrammen, die unterhalb der Ebene akademischer Grade angesiedelt sind. In Deutschland existieren mehr als 4.000 derartige Studienformate. Die Kursdauern, Niveaus und Anschlussoptionen sind sehr heterogen. Auch hier sind die Wirtschaftswissenschaften am stärksten vertreten; eine nennenswerte Zahl an solchen Kursen bieten zudem die Geistes- und Kulturwissenschaften an.

 

Über die Studie

Die Erhebung, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert (BMBF) wird, berücksichtigt alle berufsbegleitenden und dualen Studienprogramme, die im Jahr 2009 von staatlichen und staatlich anerkannten Hochschulen sowie von Berufsakademien angeboten wurden.

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