04.07.2012 | Auslandsentsendung

Kostenkontrolle und Befristung werden wichtiger

Die Zahl der Entsendungen nimmt weiter zu.
Bild: Haufe Online Redaktion

Über die Hälfte der multinationalen Konzerne erwartet eine Steigerung der globalen Entsendungen. Auffällig: Die Firmen setzen verstärkt auf alternative befristete Verträge und weniger Leistungen für ihre Auslandsmitarbeiter. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Cartus Corporation hervor.

Trotz der schwierigen Aussichten für die Weltwirtschaft erwarten 57 Prozent der multinationalen Unternehmen, dass die Anzahl der entsandten Mitarbeiter in diesem und nächsten Jahr steigen wird. 37 Prozent erwarten keine Änderungen und sechs Prozent der Befragten gehen von einer sinkenden Zahl von globalen Entsendungen aus.

Überraschend ist, dass die Unternehmen beim Einsatz ihrer Mitarbeiter verstärkt neue Wege gehen. Die 122 von Cartus befragten internationalen Konzerne gehen nicht nur von den traditionellen langfristigen Entsendungen weg und bevorzugen zunehmend alternative, vorübergehende Formen, sie kürzen auch die Leistungen und reduzieren etwas die Entsendezeiträume.

Entsendung als Karrieretreiber

Auf der anderen Seite haben die Mitarbeiter verstärkt ihre Karriere im Blick, wenn es um die Entscheidung geht, einen Einsatz im Ausland anzunehmen. So wird mit 90 Prozent die Karriereentwicklung als häufigster Grund genannt. Das Vergütungsargument landete hingegen auf einem abgeschlagenen zweiten Listenplatz (35 Prozent).

Die Entsandten von heute: erfahrener, älter, immer öfter mit Partner

Auch das Profil des Entsandten hat sich verändert. Überwogen vor nur zwei Jahren noch die jüngeren Singles, gaben die Unternehmen jetzt an, dass 48 Prozent ihrer Entsandten meistens 40 Jahre oder älter seien.  Dies bedeute einen Anstieg um 37 Prozent gegenüber 2010. Ähnlich verhält es sich auch mit den Entsandten, die verheiratet waren oder in einer Partnerschaft lebten. Deren Anzahl stieg deutlich auf 49 Prozent, ein Anstieg um 29 Prozent seit der 2010-Umfrage.

Warum Mitarbeiter eine Entsendung ablehnen

Die drei wichtigsten familiären Gründe, die Mitarbeiter davon abhielten, eine Entsendung anzunehmen, sind laut Studie Schwierigkeiten, eine Beschäftigung für den Ehegatten/Partner zu finden (63 Prozent), das schulische Angebot oder deren Qualität (46 Prozent) sowie mangelnde Kenntnisse der Ziellandsprache (25 Prozent).

Beurteilungsinstrumente finden noch zu wenig Anwendung

Trotz der sehr hohen Kosten gescheiterter Entsendungen gibt es keine deutliche Akzeptanz oder Verwendung von Beurteilungsinstrumenten, um die für Entsendungen am besten geeigneten Mitarbeiter zu ermitteln. Allerdings könnte sich dieser Trend ändern: Zwar gaben weniger als 20 Prozent der Unternehmen an, solche Instrumente zu nutzen. Allerdings gaben immerhin 37 Prozent an, dass sie dazu Überlegungen anstellen würden.

Weitere wichtige Ergebnisse im Überblick
  • Einhaltung von Vorschriften. Dieses Thema wurde als größte Sorge der Unternehmen wegen der künftigen Auswirkungen auf ihren Konzern eingestuft. Die Unternehmen machen sich Sorgen um die Einhaltung von Vorschriften in den Bereichen Steuern, Ausländerwesen, Vergütung und mit den Leistungen, die mit globalen Entsendungen verbunden sind.

  • Kostenkontrolle. 61 Prozent der Unternehmen gaben an, die Kostenkontrolle verstärkt in den Mittelpunkt zu stellen und die Gesamtfunktion der Entsendung strenger zu verwalten. Dieser Wert ist zwar hoch, stellt aber einen Rückgang gegenüber den 76 Prozent der Unternehmen dar, die 2010 angegeben hatten, die Kosten verstärkt unter Kontrolle zu halten.

  • Schwellenmärkte. Expansion in Schwellenmärkte war der Hauptgrund für den Anstieg der Entsendungen in den vergangenen zwei Jahren. Außerdem steigt die Anzahl der Einsatzorte, an die Unternehmen ihre Mitarbeiter entsenden. Die Teilnehmer gaben 41 unterschiedliche Länder als ihre jeweils wichtigsten drei Entsendeziele an. Diese Zahl erhöhte sich auf 71 bei den Antworten auf die Frage, zu welchen neuen Einsatzorten sie ihre Mitarbeiter schickten.

  • Mehr dauerhafte Versetzungen. Als weitere Strategie bei den Bemühungen zur Kostenkontrolle und besseren Positionierung zeigt die Umfrage, dass die Unternehmen mehr Mitarbeiter dauerhaft versetzen - mit lokalen Gehältern und Leistungen. Die Länder mit dem stärksten Anstieg bei den dauerhaften Versetzungen in den letzten zwei Jahren waren die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Singapur, die Schweiz und China.

Schlagworte zum Thema:  Auslandsentsendung, International Management, Talent Management

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