0

| Employer Branding

Wie sich Unternehmen mit ihren Stellenanzeigen um Talente „bewerben“

Work-Life-Balance? In der Hotel- und Gaststättenbranche versuchen Stellenanzeigen nur selten mit diesem Thema zu punkten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mit welchen Angeboten wollen Unternehmen in ihren Stellenanzeigen bei Talenten punkten? Der aktuelle Adecco-Stellenindex zeigt: Klassisch männlich konnotierte und stark karriereorientierte Berufssparten werden von den Arbeitgebern zunehmend als besonders vereinbar mit der Familie beworben.

Deutsche Unternehmen veröffentlichten im Januar mehr als 234.000 Stellenanzeigen. Verglichen mit dem Schaltverhalten im Januar 2015 ist ein Anstieg um 2 Prozent zu verzeichnen. Insgesamt 45.515 Unternehmen waren auf Mitarbeitersuche. Der positive Trend bestätigt sich auch in den Auswertungen über ein Jahr. Wie eine Analyse des Adecco Stellenindex zeigt, sind im Zeitraum von Februar 2015 bis Januar 2016 sogar 3,4 Prozent mehr Stellenangebote zu verzeichnen. Insgesamt 2,1 Prozent mehr Firmen als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres bemühten sich um die Talente.

Work-Life-Balance für Berater und IT-Fachkräfte

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf rückt auch in den Stellenanzeigen immer mehr in den Fokus. Mehr als jeder zwölfte Stellenanbieter trägt dem bereits Rechnung und stellt den potentiellen Bewerbern Angebote wie flexible Arbeitszeiten, Homeoffice oder Unterstützung in der Kinderbetreuung in Aussicht. Durchschnittlich 7 Prozent aller Stellenanzeigen, die im Januar veröffentlicht wurden, versprechen den Kandidaten eine familien- bzw. freizeitfreundliche Anstellung. Die Analysen des Adecco Stellenindex kommen zu weiteren interessanten Ergebnissen: Es sind nämlich vor allem klassisch männlich konnotierte und stark karriereorientierte Berufssparten, die von den Arbeitgebern zunehmend als besonders vereinbar mit der Familie beworben werden, allen voran IT-Jobs und Beratertätigkeiten (jeweils 15 Prozent), Vertriebsjobs (10 Prozent) und Stellenangebote in Forschung und Entwicklung (9 Prozent). Die wenigsten Hinweise auf Work-Life-Balance finden sich demgegenüber in Stellenangeboten für Hotel- und Gastberufe, Bauwesen und Handwerk (je 2 Prozent) sowie Transport, Verkehr, Logistik und Lager (3 Prozent). In diesen Berufen sind, ähnlich wie in technischen Berufen, Gesundheitsberufen oder Lehrberufen, die Arbeitszeiten oft durch Arbeitsabläufe und Schichten bedingt vorgegeben und daher flexible oder gar eigenverantwortliche Arbeitszeiten oft nicht realisierbar.

Bei Young Professionals mit Karrierechancen und guter Vergütung punkten

Auch wenn die Work-Life-Balance in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, sind es doch nach wie vor die monetären Anreize, mit denen die Fach- und Führungskräfte gelockt werden. Durchschnittlich 24 Prozent aller Stellenanzeigen enthalten Angaben zur Entlohnung. Besonders Jobangebote für Fachkräfte mit und ohne Leitungsfunktionen enthalten Vergütungsanreize (23 bzw. 24 Prozent). Arbeitgeber haben erkannt, dass auch Young Professionals nicht nur Familie bzw. Freizeit mit dem Beruf in Einklang bringen wollen und eine tolle Arbeitsatmosphäre schätzen, sondern dass das Gehalt auch für sie nach wie vor eine zentrale Rolle spielt. Fast doppelt so häufig wie Führungskräfte für die obersten Leitungsebenen (10 Prozent) werden die qualifizierten Berufseinsteiger mit attraktiven Gehaltsangaben angeworben. Nicht zuletzt mit der in Aussichtstellung von Aufstiegschancen (9 Prozent) wollen die Jobanbieter bei jungen Talenten punkten.

Regional unterschiedliche Anreize

Regionale Unterschiede finden sich in erster Linie in den Angaben zur Work-Life-Balance. Erwartungsgemäß wird dieser in den Großstädten Hamburg (11 Prozent) und Berlin (9 Prozent) überdurchschnittlich viel Bedeutung beigemessen. In Stellenangeboten für Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen finden sich solche Anreize deutlich seltener (7 bzw. 6 Prozent). Vor allem Arbeitgeber in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg wollen mit Gehaltsanreizen punkten (27 bzw. 26 Prozent), in Niedersachsen und im Saarland spielen diese Angaben weniger oft eine Rolle. Wie die Analysen des Adecco Stellenindex zeigen, finden sich Gehaltsanreize tendenziell öfter in den Großstädten Berlin und Hamburg (25 Prozent), als in den wirtschaftsstarken Bundesländern Hessen, Bayern, Nordrhein-Westfalen (23 Prozent).

Mit dem „Adecco Stellenindex“ wertet die Adecco Personaldienstleistungen GmbH monatlich die Stellenangebote aus 166 Printmedien und 32 Online-Jobbörsen in Deutschland aus.

 

Das könnte Sie auch interessieren:

Genderspezifische Statements in Stellenausschreibungen

Bewerbungstipps für Arbeitgeber

Stellenanzeigen: Totgesagte leben länger

Adecco Personaldienstleistungen GmbH/Haufe Online Redaktion

Stellenanzeige, Employer Branding

Aktuell

Meistgelesen