| "Ein Tag Azubi"

Aktionstag soll für Berufsausbildung werben

"Ein Tag Azubi": Ausbildungsbetriebe ermöglichen Jugendlichen einen Tag lang, in die Berufspraxis hineinzuschnuppern.
Bild: Haufe Online Redaktion

Beim Aktionstag "Ein Tag Azubi" am 30. September präsentieren Betriebe ihren Ausbildungsberuf und sich selbst als Arbeitgeber. Die Veranstaltung trifft offenbar einen Nerv: Denn immer weniger Jugendliche interessieren sich für eine Ausbildung – und wenn, dann nur für einige wenige Berufe.

Nach wie vor finden Jugendliche und Ausbildungsbetriebe bei der dualen Ausbildung nur schwer zusammen. Besonders für die Unternehmen wird es immer schwieriger, die richtigen Azubis zu finden. Laut einer Schätzung des DIHK-Präsidenten Eric Schweitzer, die er Ende August gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" abgab, könnten im Ausbildungsjahr 2015/2016 insgesamt knapp 40.000 Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben.

Einer aktuellen DIHK-Umfrage zufolge konnten fast ein Drittel der Unternehmen schon im Vorjahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen – dreimal so viele wie noch zehn Jahre zuvor, berichtete die Zeitung.

Jeder Zweite bewirbt sich für einen der Top-10-Berufe

Ein Grund für die Schwierigkeiten beim Besetzen von Ausbildungsplätzen: Immer mehr Schulabgänger möchten lieber studieren als sich dual ausbilden. Hinzu kommt, dass sich die Jugendlichen, die sich dennoch für eine Ausbildung entscheiden, auf einige wenige beliebte Ausbildungsberufe stürzen, wie Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) belegen: Demnach wählte fast jeder zweite Azubi (46 Prozent) im Jahr 2013 einen der zehn beliebtesten Berufe – und das, obwohl das duale Berufsbildungssystem 328 verschiedene Ausbildungsberufe bietet.

Die Top-10-Berufe kommen alle aus dem Dienstleistungsbereich: Industriekaufmann, Bankkaufmann, Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachinformatiker, Bürokaufmann, Einzelhandelskaufmann, Steuerfachangestellter, Kaufmann für Bürokommunikation, Kaufmann für Versicherungen und Finanzen sowie Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung.

Die Betriebe aus anderen Branchen haben bislang das Nachsehen. Gerade sie müssen es also schaffen, sich künftig als attraktive Ausbilder zu präsentieren.

Aktionen von Coaching bis zum Schnuppertag

Eine Plattform dafür bietet der Aktionstag zur dualen Ausbildung, den der Verein "Die Wirtschaftsjunioren" (WJD) dieses Jahr nach 2014 zum zweiten Mal veranstaltet: Am 30. September locken die Initiatoren des Aktionstags wieder Jugendliche mit Betriebsbesichtigungen, Bewerbungstrainings, Coachings, Schnuppertagen, Praktika und anderen Aktionen, bei denen die Jugendlichen Berufe in der Praxis kennenlernen sollen, so der Wunsch des WJD-Bundesvorsitzenden Daniel Senf.

Seit dem vergangenen Jahr haben laut Angaben der Wirtschaftsjunioren insgesamt 2.000 solcher Aktionen stattgefunden. Die Grundlage dieser Aktivitäten bildet das Projekt "Jugend stärken: 1.000 Chancen", bei dem die Wirtschaftsjunioren in Kooperation mit dem Bundesfamilienministerium Jugendlichen Unterstützungsangebote unterbreiten. Dabei ist es den Kooperationspartnern wichtig, dass auch Jugendliche mit Migrationshintergrund über das Projekt einen Zugang zur Wirtschaft und zum Thema Ausbildung finden, wie Senf betont.

Interessierte Ausbilder können Azubis einladen

Wer das Format als Ausbilder oder anderer Unternehmensvertreter spannend findet und beim nächsten Aktionstag einen Jugendlichen in den Betrieb einladen möchte, kann sich per Kontaktformular an die Wirtschaftsjunioren wenden.

Die Verbandsmitglieder versuchen dann in Abstimmung mit Sozialpädagogen vor Ort Jugendliche zu finden, die – zunächst – ein Tag Azubi in dem Unternehmen sein wollen.

Mehr dazu, wie sich Unternehmen als attraktive Arbeitgeber für Azubis präsentieren können, lesen Sie in Ausgabe 08/2015 des Personalmagazins. Hier können Sie die Ausgabe als App lesen.

Schlagworte zum Thema:  Berufsausbildung, Arbeitgeberattraktivität

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