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Egoisten werden eher Chef als Gutmenschen

Wer ist besser als Chef geeignet? Dominante Egoisten oder Gutmenschen? Eine Studie US-amerikanischer Wissenschaftler erklärt, warum die Netten zwar gemocht, aber nicht ernst genommen werden, wenn es um Führungsqualitäten geht.

Großzügigkeit gilt als Tugend. Wer mit seiner Großzügigkeit zum öffentlichen Wohl beiträgt, erhöht seinen Status im Sinne von Prestige und Dominanz und wird als Führungspersönlichkeit akzeptiert. Das gilt allerdings nur für Situationen ohne Wettbewerb: In "Friedenszeiten" werden anständige Menschen vom Team bewundert.

Unter Führungspersönlichkeiten hingegen wird diese Tugend eher als Schwäche gesehen. Warum das so ist, erklärt die Studie "Status Conferral in Intergroup Social Dilemmas: Behavioral Antecedents and Consequences of Prestige and Dominance" von Wissenschaftlern der Kellogg School of Management, Northwestern University, der Stanford Graduate School of Business und der Carnegie Mellon University's Tepper School of Business.

 

In Wettbwerbssituationen sind Alpha-Persönlichkeiten gefragt

Kommt es hart auf hart im Unternehmensalltag, wird die sonst positiv belegte Charaktereigenschaft, alles teilen zu wollen, als Schwäche angesehen. Denn, so die Studienautoren: In Wettbewerbssituationen werden weniger altruistische Menschen als dominant angesehen und als Führungsperson bevorzugt. Alpha-Persönlichkeiten, die nur daran denken, sich zu poitionieren und ihren Gewinn zu maximieren, sind dann allgemein angesagter und attraktiver als Chef.

In Experimenten zeigte sich, dass Personen ihr Ansehen steigern, wenn sie selektiv großzügig sind - am besten nur innerhalb der eigenen Gruppe. Als dominant wahrgenommen wurden sie nicht. Waren Versuchspersonen darüber hinaus auch noch großzügig über die eigene Gruppe hinaus, verloren sie nicht nur den Respekt, sondern waren auch noch weitgehend unbeliebt.

 

Fazit: Dominante Egoisten haben den größeren Aufstiegserfolg

Sind hingegen in einer Wettbewerbssituation Personen weniger aufopfernd und ohne Not dazu bereit, einer anderen Gruppe aktiv zu schaden, verlieren sie zwar an Respekt und Bewunderung, gelten aber als die besseren Führer.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss: Je egoistischer und dominanter, desto größer der Aufstiegserfolg. Nette Menschen schaffen es erst Recht nicht an die Spitze, wenn es darum geht, das beste Krisenmanagement zu bewältigen. In Zeiten des Konflikts verlange eine Gruppe einen dominanten Führer, der sie leitet.

Die Studie erschien im Journal of Personality and Social Psychology.

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