18.11.2014 | EFMD-Leitlinien

Woran Sie ein gutes MBA-Programm erkennen

Die EFMD hat Leitlinien aufgestellt, die Interessenten zeigen, was ein gutes MBA-Programm ausmacht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der "MBA" ist kein geschützter Begriff. Als Orientierungshilfe bei der Programmauswahl hat die European Foundation for Management Development (EFMD) einige Leitlinien herausgegeben, die zeigen, welche Kriterien ein qualitativ hochwertiges MBA-Programm erfüllen sollte.

Einige Business Schools bieten unter dem Titel "MBA" Studiengänge an, die mit der eigentlichen MBA-Idee nicht viel zu tun haben. So gibt es MBA-Programme, in denen kaum General Management gelehrt wird, oder auch spezialisierte Master-Programme, die als MBA verkauft werden.

Um MBA-Interessenten bei der Programmauswahl eine Orientierungshilfe zu bieten, hat die European Foundation for Management Development (EFMD), ein internationales Netzwerk für Management-Entwicklung, nun neun Leitlinien formuliert. Diese sollen zeigen, welche Kriterien qualitativ wertvolle Programme auszeichnen.

Leitlinie 1: Ein MBA ist ein Aufbaustudium auf Master-Niveau und muss deshalb mit den intellektuellen und akademischen Mindest-Standards solcher Abschlüsse übereinstimmen. Der Zugang zu einem MBA-Programm setzt normalerweise einen ersten Abschluss oder ein Äquivalent dazu voraus. Diese Voraussetzung kann nur dann vernachlässigt werden, wenn der Kandidat viel Berufserfahrung nachweisen kann.

Leitlinie 2: Der MBA ist ein Abschluss, der zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzt. Er hilft die Karriere zu beschleunigen oder neue Berufswege einzuschlagen. Programme, die junge Absolventen auf den Berufseinstieg vorbereiten, sollten daher einen anderen Titel tragen.

Leitlinie 3: Der MBA ist ein generalistischer Abschluss in Business Administration. Übereinstimmend mit früheren Leitlinien ist er ein erweiterndes Programm. Daher sollten spezialisierte Masterstudiengänge nicht als MBA bezeichnet werden.

Leitlinie 4: Es ist wichtig, dass ein MBA einen klar bestimmten Inhalt hat. Das MBA-Curriculum sollte die hauptsächlichen Funktionsbereiche des Managements abdecken: Buchhaltung, Finanzen, Marketing und Vertrieb, Betriebsführung, Management von Informationssystemen, Recht und Personalmanagement. Es sollte auch grundlegende Kenntnisse in Ökonomie und quantitativer Analyse vermitteln. Das Curriculum sollte in hohem Maße integrativ sein und Kurse in Geschäftspolitik und Strategie beinhalten. Neben dem Vermitteln von Wissen und technischen Fähigkeiten sollte sich das Curriculum auch auf die persönliche Weiterentwicklung der Teilnehmer konzentrieren, etwa deren Entscheidungsfähigkeit, Teamwork- und Leadership-Fähigkeiten, unternehmerisches Potenzial, Verhandlungs- sowie Kommunikations- und Präsentationsfähigkeiten. In der zweiten Hälfte des Programms sollten die Teilnehmer einen Studienschwerpunkt wählen können.

Leitlinie 5: Ein MBA hat eine Mindestdauer von einem akademischen Jahr im Vollzeitstudium oder das Äquivalent dazu im Teilzeitstudium.

Leitlinie 6: Ein MBA-Programm verlangt ein Minimum von 400 Stunden Präsenzunterricht oder strukturiertem Kontakt. Das gesamte Programm sollte wenigstens 1.200 Stunden eigene Arbeit erfordern.

Leitlinie 7: Ein MBA-Programm sollte die Studenten intellektuell fordern und eine erhebliche persönliche Investition an Engagement und Anstrengungen für sie bedeuten.

Leitlinie 8: Ein strenger Auswahlprozess sollte sicherstellen, dass nur qualifizierte Bewerber zugelassen werden.

Leitlinie 9: Um sicherzustellen, dass die Lernziele auf Master-Niveau erreicht werden, sollten die Teilnehmer von MBA-Programmen durch regelmäßige Tests und benotete Arbeiten streng überprüft werden.

Die Leitlinien in englischer Sprache finden Sie auf der EFMD-Website unter www.efmd.org.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School

Aktuell

Meistgelesen