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Effiziente Datensicherung verleitet zum Leichtsinn

Immer mal wieder Daten absichern: Das vergessen kreative Mitarbeiter, die sich auf die IT verlassen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Da beißt sich der Hund in den Schwanz: Laut einer Befragung ist eine umfassende Datensicherung in Unternehmen oft kontraproduktiv, denn die Mitarbeiter werden selbst nachlässiger bei der Speicherung von Dokumenten – schließlich könnte die IT im Notfall die Daten wieder beschaffen.

Eine europaweite Umfrage des Dienstleisters Iron Mountain hat diese unerwartete Kehrseite von erweiterten Datensicherungs- und Speicherkapazitäten in Unternehmen entdeckt. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, sollten Personalern aber eine Warnung sein – sie arbeiten laut den Befragten in der Abteilungen mit den schlechtesten Speichergewohnheiten.

Durch die Tiefeninterviews mit erfahrenen IT-Profis aus Deutschland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich kam aber auch heraus, dass die Befragten gegenüber HR nachsichtig sind. Sie finden, dass ihre HR-Kollegen oft viel zu beschäftigt sind, und jeden Tag mit einer großen Datenmenge zu tun haben, was zwangsläufig zu Fehlern führe.

Frust in der IT führt nicht zur Verbesserung

Allerdings sagen die ITler in der Umfrage auch, dass sie aufgrund des nachlässigen Verhaltens von Mitarbeitern bei der Datenspeicherung frustriert seien. Sie unternehmen aber nichts, um das Verhalten ihrer Kollegen zu ändern. Dabei sind es weniger mangelnde IT-Kenntnisse, sondern generelle Sorglosigkeit, schlechte Versionskontrolle sowie inkonsequente Dateibenennung und die unstrukturierte Datenablage kreativer Teams, die als Erklärungen angegeben wurden.

Nach Ansicht der interviewten IT-Profis sind vor allem die kreativen Köpfe im Unternehmen für Unordnung bei der Datenspeicherung verantwortlich. Ein befragter IT-Profi aus einer Medienagentur mit 500 Mitarbeitern sagte über seine Kollegen: "Sie haben täglich mit schrecklich viel Multimedia-Inhalten zu tun, und manchmal kann das für sie ganz schön verwirrend sein, wenn mehrere Versionen der selben Mediendatei vorliegen. Die Daten dann richtig zu strukturieren wird dann zu einer echten Herausforderung."

Über die Studie

Opinion Matters führte im Auftrag von Iron Mountain im April 2014 jeweils zehn Interviews mit IT-Profis in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Spanien durch. Die Interviews fanden in folgenden Branchen statt: Produktion, Gesundheit, Telekommunikation, Finanzdienstleistungen, Gastgewerbe, Medien und Rundfunk, Werbung, Einzelhandel und Software; Die Anzahl der Angestellten der befragten Unternehmen betrug zwischen 50 und 10.000 Mitarbeitern.

Schlagworte zum Thema:  Datensicherung, IT, Personalabteilung

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