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| "Economist" EMBA-Ranking

Spanier top, Sponsoring flop

Der Gewinner des aktuellen "Economist"-EMBA-Rankings kommt aus Madrid.
Bild: Helga ⁄

Welche Schule bietet das beste Executive-MBA-Programm? Dem aktuellen "Economist"-Ranking zufolge: die spanische IE Business School. Dort und anderswo dürften sich jedoch nur noch die wenigsten Studenten über einen gesponserten Abschluss freuen – denn immer weniger Firmen zahlen demzufolge für den EMBA.

Laut dem halbjährlichen Ranking der britischen Wirtschaftszeitung "Economist" bietet die IE Business School mit Sitz in Madrid das beste Executive-MBA-Programm weltweit an. Auf dem zweiten Rang folgt das Programm der Saïd Business School der University of Oxford. Über den dritten Rang dürfen sich die EMBA-Verantwortlichen der Kellog School of Management an der Northwestern University, USA, freuen.

Der Rest der Top Ten ist vorwiegend von US-Schulen beziehungsweise von gemeinsamen Programmen mit US-Beteiligung besetzt – darunter die UCLA/NUS Business School mit Standorten in den USA und Singapur (Rang 4), die Thunderbird School of Global Management (Rang 7), Chicago Booth (Rang 9) und Yale (Rang 10).

WHU und ESMT unter den Top 10

Gleich dreimal in den Top Ten und insgesamt viermal im Ranking vertreten ist die Kellogg School – möglich macht dies eine Regel des Rankings, derzufolge gemeinsame Programme zweier Schulen und solche, die die Schule im Alleingang anbietet, separat bewertet werden. So landet etwa der gemeinsame EMBA von Kellogg und der WHU – Otto Beisheim als bestes Programm mit deutscher Beteiligung auf Rang sechs.

Als beste deutsche Schule mit eigenem EMBA schafft es die European School of Management and Technology – ESMT Berlin auf Platz acht. Ein weiteres Programm mit deutscher Beteiligung findet sich unter den Top 30: das gemeinsame Programm der französischen ESSEC Business School mit der Mannheim Business School (Rang 26). Darüber hinaus wurde das Teilzeit-EMBA-Programm der HHL Leipzig Graduate School of Management auf Platz 52 gerankt.

Eigene Uni – kein Geld für EMBA

Die Kosten für EMBA-Programme, zeigt eine Langzeitstudie des "Economist",  werden inzwischen immer seltener von Firmen übernommen: Bekamen im Jahr 2005 noch 69 Prozent der EMBA-Studenten ihre meist kostenintensiven Programme bezahlt, sind es aktuell nur noch 39 Prozent.

Diesen Trend bestätigen auch Vertreter von deutschen MBA-Schmieden, die die Journalistin und MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger kürzlich zu diesem Thema befragt hat.

Einen wichtigen Grund für diese Entwicklung sehen die "Economist"-Autoren in der zunehmenden Verbreitung von Coroporate Universities. Dies belegt eine Studie der Boston Consulting Group: Demnach hat sich in Amerika die Zahl der firmeneigenen Universitäten zwischen 1997 und 2007 verdoppelt. Seit damals, so die Schätzung der Berater, hätten sie sich weiter verbreitet – 4.000 Unternehmen weltweit sollen demnach bereits über ihre eigene Uni verfügen.

Über das Ranking

Die Autoren des "Economist" befragen für ihr EMBA-Ranking sowohl Vertreter der Business Schools als auch Studenten und Alumni der Schulen. Die Bewertung beruht auf zwei Themenbereichen: "persönliche Entwicklung und Lernerfahrung" sowie "Karriereentwicklung".

In den ersten Bereich fallen Messgrößen zu den Studenten (zum Beispiel: Gehalt vor dem MBA und Arbeitserfahrung in Jahren), Diversität der Teilnehmer (in punto Geschlecht, Herkunft und Branche) und die Qualität der Fakultät und Lehre (per Studenten-Bewertung).

Im zweiten Bereich, der "Karriereentwicklung", werden Faktoren wie  "Karrierefortschritt" (zum Beispiel: Anzahl der Absolventen, die nach dem EMBA befördert wurden), "Gehalt" (zum Beispiel: Gehaltszuwachs seit dem EMBA) und "Networking" (zum Beispiel: Anzahl der Alumni-Netzwerke im Ausland) bewertet.

Das komplette Ranking des "Economist" finden Sie hier: www.economist.com

Mehr zum Thema lesen Sie auch im Beitrag "EMBA wird Privatvergnügen" in Ausgabe 02/2015 des Personalmagazins, die Sie hier als App herunterladen können.

Haufe Online Redaktion

MBA, Business School, Führungskräfteentwicklung

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