| E-Learning-Studie

Verschmelzen E-Learning und Präsenzunterricht?

Für den "MMB Learning Delphi 2014" wurden Experten zur Zukunft des E-Learning befragt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bald werde der Begriff "E-Learning" überflüssig sein – das prognostizieren einige Experten im "MMB Learning Delphi 2014". Der Trendreport zeigt, wie sie ihre Prognose begründen und welche To-Dos sie bei Unternehmen, Anbietern, Politik und Gesellschaft für ein zukunftsfähiges E-Lernen sehen.

Beim digitalen Lernen zeichnet sich eine Entwicklung ab, die den Terminus "E-Learning" in naher Zukunft obsolet erscheinen lässt. Das meinen zumindest einige Experten, die davon ausgehen, dass die Märkte für digitales Lernen und Präsenzunterricht künftig weiter verschmelzen werden. Dies werde eine Unterscheidung der beiden Lernwelten überflüssig macht.
Die Prognose geht aus einer Befragung des MMB-Institut für Medien und Kompetenzforschung hervor, dem "MMB Learning Delphi 2014". Die Marktforscher befragen dafür regelmäßig E-Learning-Experten zu Trends im digitalen Lernen. Von den 73 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die für den ersten Teil der Trendstudie 2014 befragt wurden, haben 60 auch eine Prognose zum E-Learning des Jahres 2017 abgegeben. Nun liegen die Ergebnisse des zweiten Befragungsteils vor.

Experten zeigen sich optimistisch

Darin zeigen sich die Experten vorwiegend optimistisch: Keiner von ihnen zweifelt daran, dass sich E-Learning weiterhin hoch dynamisch entwickeln wird.
Damit sich die Erfolgsgeschichte des digitalen Lernens fortsetzt, müssten allerdings einige rechtliche, kulturelle und organisatorische Voraussetzungen erfüllt werden, so die Befragten. Für die Stakeholder aus den einzelnen Bereiche, die den Erfolg von E-Learning beeinflussen, bedeutet das den Experten-Prognosen zufolge:

  • Gesellschaft und Politik müssen E-Learning stärken: Um E-Learning erfolgreich zu etablieren, müssen die gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen stimmen. Eine Möglichkeit, die Akzeptanz für das Lernformat zu erhöhen, sehen die Befragten darin, E-Learning in der schulischen Bildung stärker zu verbreiten oder die Regelungen im Datenschutz zu verbessern.
  • Weiterbildungsanbieter müssen sich auf Zielgruppe und Qualität fokussieren: Wer E-Learnings konzipiert und produziert, muss sich auf die Lernerbedürfnisse einrichten und dafür qualitativ hochwertige Learnings entwickeln. Einen guten Ansatz sehen die Befragungsteilnehmer im Einsatz adaptiver Systeme, die eine bessere Individualisierung der Angebote ermöglichen.
  • Unternehmen müssen offen und E-Learning-affin sein: Werden E-Learning-Angebote in Unternehmen genutzt, so die befragten E-Learning-Experten, müssten weitere Bedingungen erfüllt sein: Führungskräfte sollten eine größere Offenheit gegenüber digitalen Lernformen zeigen und die potenziellen Nutzer mehr E-Learning-Affinität entwickeln.

E-Learning-Entwicklung: Kommt der "Big Bang"?

Zusammenfassend halten die Studienautoren fest: Die Bildungsexperten sehen zwar fast ausnahmslos sehr gute Chancen für eine Etablierung des digitalen Lernens im deutschsprachigen Raum. Diese optimistische Prognose knüpfen sie aber an eine Reihe von Bedingungen, die ein  konsequenteres Handeln von Politik, HR-Verantwortlichen und nicht zuletzt auch der E-Learning-Branche selbst voraussetzen.
Bei der Frage danach, wie die prognostizierte positive Entwicklung vonstattengehen wird, scheiden sich allerdings die Geister: Ein Teil der Befragten geht von einem disruptiven Wandel ("Big  Bang") aus; manche sind dagegen der Überzeugung, dass digitales Lernen sich eher kontinuierlich im Bildungsprozessen etablieren wird.

Haufe Online Redaktion

E-Learning, Weiterbildung, Lernen