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Dual-Career-Modell für Selbstständige einfacher

Wer rare Fachkräfte sucht, muss auch an deren Partner denken. Denn wer auch für sie Unterstützung bietet, erhöht die Chance die Fachkräftelücke im Unternehmen zu füllen. Doch bisher fahren doppelverdienende Paare als Selbstständige immer noch besser als Angestellte, so eine Studie der Universität Mannheim.

Die Forscher vom Institut für Mittelstandsforschung (IFM) der Uni Mannheim haben anhand von Mikrozensusdaten Paare untersucht, bei denen beide Partner erwerbstätig und dabei jeweils so erfolgreich sind, dass man von einer "Doppelkarriere" sprechen kann. Anhand derer konnten sie herausfinden, welche Kombinationen aus Festanstellung und Selbstständigkeit zur besten Vereinbarkeit von Familie und Beruf führen.

Das Ergebnis: Paare, bei denen beide Partner selbstständig sind, verfügen weit häufiger über ein höheres Einkommen und haben im Vergleich zu anderen Doppelkarrierepaaren auch öfter Kinder – letzteres vor allem dann, wenn die Frau selbstständig ist.

 

Selbstständigen Partnern gelingt häufiger eine Doppelkarriere

Auf Basis der Mikrozensuserhebungen analysierte Marc Langhauser, Mittelstandsforscher am IFM, Karrieremerkmale wie wöchentliche Arbeitszeit, Einkommen, Stellung im Betrieb und Qualifikation. Deren Verteilung zeigt, dass Paaren mit zwei selbstständigen Partnern häufiger eine doppelte Karriere gelingt als Paaren mit anderen Erwerbskonstellationen: Bei einem Drittel dieser Paare weisen beide Partner ein überdurchschnittliches Einkommen auf.

Im Gegensatz dazu gilt das nur für rund zehn Prozent der angestellten Doppelverdiener. Aber auch die Selbstständigkeit nur eines Partners führt zu einer erfolgreichen Doppelkarriere. Interessant dabei ist die geschlechtsspezifische Verteilung: Ist die Frau in einer Partnerschaft selbstständig, in der beide erwerbstätig sind, lassen sich 22 Prozent dieser Paare als "Doppelkarrierepaare" identifizieren. Ist es der Mann, sind es nur 16 Prozent.

 

Selbstständigkeit erhöht die Flexibilität bei der Arbeit

"Doppelkarrieren sollen jedoch nicht nur ein höheres Einkommen gewährleisten", sagt Marc Langhauser vom ifm, Autor der Analyse. "Ihr Sinn wächst dadurch, wenn beiden Partnern nicht nur eine eigene Karriere, sondern zudem auch eine Balance zwischen Beruf und Familienleben ermöglicht wird." Ein Grund dafür, dass eine Doppelkarriere häufiger bei Paaren mit selbstständigen Partnern auftritt, könnte deshalb darin liegen, dass die Selbstständigkeit eine höhere Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeit und -ort ermöglicht. Familie und Beruf lassen sich so besser miteinander vereinen.

Hinweise darauf gibt auch die Analyse des Mikrozensus: Von den Doppelkarrierepaaren mit zwei abhängig beschäftigten Partnern hat fast die Hälfte Kinder. Ist mindestens ein Partner selbstständig, liegt der Anteil der Paare mit Kindern höher. Der Analyse zufolge ist die Konstellation "Frau selbstständig – Mann abhängig beschäftigt" möglicherweise am besten geeignet, um eine Doppelkarriere mit Kindern zu vereinbaren: 61 Prozent solcher Paare haben Kinder.

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