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Ältere weisen eine konstantere Geistesleistung auf

Ältere Mitarbeiter sind ausgeglichener und bringen auch deswegen eine konstantere Leistung.
Bild: Veer Inc.

Wie stark schwankt unsere Leistung nach Tagesbefinden? Laut einer Studie gibt es zwar Schwankungen, doch diese sind nur punktuell. Im Generationenvergleich zeigt sich: Ältere zeigen konstantere Leistungen – und machen laut weiterer Untersuchungen auch weniger schwere Fehler.

An manchen Tagen hat man das Gefühl, mit dem linken Fuß aufgestanden zu sein: Alles dauert doppelt so lange wie an anderen Tagen und man empfindet sich als geistig nicht so fit wie sonst. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin ist nun der Frage nachgegangen, ob sich dieser subjektive Eindruck auch objektiv nachweisen lässt: Gibt es so etwas wie gute und schlechte Tage in der geistigen Leistungsfähigkeit?

Das Ergebnis: Die gibt es nicht. Niemand ist also am Morgen schon darauf festgelegt, den ganzen Tag lang geistige Höchstleistungen zu erbringen – oder das Gegenteil. Doch die Forscher konnten nachweisen, dass es im Laufe des Tages Schwankungen gibt, die über kürzere Zeitspannen hinweg auftreten. Die Forscher vermuten, dass ein subjektiv als gut oder schlecht wahrgenommener Tag eigentlich nur auf einzelne gute oder schlechte Momente zurückzuführen sei. Die tatsächlichen Schwankungen von einem Tag auf den anderen seien nämlich gering, sagt Florian Schmiedek, der die Studie zusammen mit Martin Lövdén und Ulman Lindenberger geplant und durchgeführt hat.

Ältere Mitarbeiter machen seltener schwere Fehler

Die Untersuchung ergab außerdem, dass diese Schwankungen bei älteren Erwachsenen geringer ausfallen als bei jüngeren – auch, wenn die Forscher die Leistungsvorteile der Jüngeren in der durchschnittlichen Leistungshöhe berücksichtigten. "Weitere Auswertungen weisen darauf hin, dass für die höhere Zuverlässigkeit bei den Älteren erlernte Strategien bei der Aufgabenbearbeitung, eine gleichbleibend hohe Motivation sowie ein ausgeglichener Alltag mit stabiler Stimmungslage eine Rolle spielen", so Schmiedek zu den möglichen Gründen für die höhere Leistungsstabilität bei Älteren.

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts sehen in den Ergebnissen einen wichtigen Beitrag zur Debatte über die Leistungsfähigkeit Älterer im Berufsleben: "Die Produktivität und Zuverlässigkeit der älteren Mitarbeiter ist unter dem Strich höher als die der jungen", kommentiert Axel Börsch-Supan, Direktor des Munich Center for the Economics of Aging am Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik "Eine unserer Studien in der Automobilproduktion zeigt, dass ältere Mitarbeiter deutlich seltener schwere und teuer zu beseitigende Fehler machen als jüngere. Auch in den anderen von uns untersuchten Branchen findet man nicht, dass Jüngere produktiver sind als Ältere."

Über die Studie

Bei der Cogito-Studie untersuchten die Wissenschaftler die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, die Merkfähigkeit und das Arbeitsgedächtnis. Daran nahmen 204 Personen aus zwei Altersgruppen teil: 101 Teilnehmer waren 20 bis 31 Jahre und 103 Teilnehmer zwischen 65 und 80 Jahre alt. Sie lösten zwölf verschiedene Aufgaben über den Zeitraum von 100 Tagen. Durch die Wiederholung der Aufgaben an verschiedenen Tagen konnten die Forscher die täglichen Leistungsschwankungen und den Lernfortschritt vergleichen.

Haufe Online Redaktion

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