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Das Thema "Digital Leadership" wird Personaler vom alten ins neue Jahr begleiten. Bild: Haufe Online Redaktion

Digital Leadership wird auch im kommenden Jahr ein wichtiges Thema für HR bleiben. Denn obwohl digitale Führung bereits bei den meisten Unternehmen in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt ist, fehlen noch immer passende Weiterbildungsangebote, um die Digitalkompetenzen von Führungskräften zu schulen.

Das Thema "Führung" rückt im digitalen Wandel immer mehr in den Fokus: So zählt das Thema laut der "Deloitte Human Capital Trendstudie 2017" in deutschen Unternehmen bereits im dritten Jahr infolge zu den Top-3-Prioritäten. Dabei sticht ein Aspekt besonders hervor: "Digital Leadership". Darauf fokussieren sich fast alle der von Deloitte befragten Unternehmen (95 Prozent).

Digital Leadership: mehr als technisches Know-how

Doch obwohl die große Mehrheit schon weiß, wie wichtig das Thema "Digital Leadership" ist, zeigen sich bei den Führungskräften noch große Mängel beim digitalen Wissen und der Kompetenz, erfolgreich mit den neuen Rahmenbedingungen der digitalisierten Welt umzugehen. Die Studie "Digital Leadership 2017" der Personalberatung Rochus Mummert etwa kommt zum Ergebnis, dass nur knapp die Hälfte (47 Prozent) der befragten Führungskräfte über gute oder sehr gute Kenntnisse zur Digitalisierung verfügt. Die Mitarbeiter schneiden noch schwächer ab: Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) der Mitarbeiter hat laut der Studie einen guten oder sehr guten Überblick zur Digitalisierung.

Hinzu kommt: Das Wissen über die Digitalisierung reicht nicht, um in der digitalisierten Welt führen zu können. Neben technischem Know-how müssen "Digital Leader" etwa auch über gute Soft Skills und Problemlösekompetenzen verfügen. Konkret sehen es die Führungskräfte heute als größte Herausforderung an, die Veränderungen der digitalisierten Welt zu managen, so der Hays HR-Report 2017. An zweiter Stelle der Herausforderungen rangiert mit 61 Prozent der Umgang mit der steigenden Komplexität im Führungsbereich. (In unserem Top-Thema "Digitale Kompetenzen" lesen Sie mehr dazu, welche Digitalkompetenzen Führungskräfte brauchen.)

Digitalkompetenzen: passende Weiterbildungen fehlen

Doch was sind die Gründe dafür, dass es bei den Digitalkompetenzen von Führungskräften noch großen Nachholbedarf gibt? Zum einen ist es die fehlende Eigeninitiative der Führungskräfte: Laut der Digital-Leadership-Studie von Rochus Mummert befasst sich lediglich etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der befragten Top-Führungskräfte während und außerhalb der Arbeitszeit bis zu zwei Stunden in der Woche mit dem Erwerb von Kenntnissen zur Digitalisierung. Der operative Alltag lasse ihnen dafür nicht genügend Zeit, so die Begründung der Führungskräfte.

Zum anderen fehlen bislang passende Weiterbildungsangebote zum Thema "Digital Leadership". In der Deloitte-Studie äußern sich die Befragten selbstkritisch: Zwei Drittel (67 Prozent) geben an, dass ihre "Digital Leadership"-Programme mangelhaft sind. Und auch das Angebot externer Weiterbildungsanbieter geht laut der Mummert-Studie an der Nachfrage vorbei: Statt auf Themen wie "digitale Geschäftsmodelle" oder "digitales Projektmanagement" einzugehen, würden die Anbieter auf technologische Spezialthemen wie "digitale Sicherheit" oder "Search Engine Optimization (SEO)" setzen, so die Studie.

Immerhin gibt es einige Anbieter, die mit gutem Beispiel voran gehen: So integrieren die renommierten Business Schools schon Digital-Leadership-Inhalte in ihre Curricula. (Lesen Sie hier, wie die Digitalisierung den MBA-Markt verändert.)

Schlagworte zum Thema:  Digital Leadership, Führung, Personalentwicklung, Weiterbildung, Leadership, Digitalisierung, New Work

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