15.10.2013 | Dienstwagen

Ein Statussymbol wird grün

Weniger Sprit sollen die Dienstwagen künftig verbrauchen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Dienstwagen erfreut sich unter den freiwilligen Leistungen und Sachzuwendungen immer noch der größten Beliebtheit – vor  Verpflegungsleistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten. Inzwischen spielen auch Umweltaspekte bei der Auswahl der Fahrzeuge eine große Rolle.

Wie die "Fringe Benefits-Studie" von Aon Hewitt belegt, sind vor allem leitende Angestellte in der oberen Management-Ebene berechtigt, Vertriebsmitarbeitern stehen eher Funktionsfahrzeuge zur Verfügung, um ihren beruflich bedingten Mobilitätsbedarfs zu decken. Die Finanzierung erfolgt meist über ein Full-Service-Leasing.

Die private Nutzung der Fahrzeuge ist bei allen befragten Unternehmen erlaubt. "Ob sich das nach dem jüngsten Urteil des Bundesfinanzhofs auf Wunsch der Mitarbeiter ändern wird, bleibt abzuwarten", meint Marco Reiners, Leiter des Bereichs Reward für die DACH-Region bei Aon Hewitt. Dieses besagt, dass eine erlaubte Privatnutzung als geldwerter Vorteil zu versteuern ist, selbst wenn sie gar nicht erfolgt.

Fahrzeugflotte wird umweltbewusster angelegt

Aber unabhängig davon, welcher Regelung ein Mitarbeiter unterliegt, heißt es nach maximal vier Jahren oder 130.000 Kilometern Abschied nehmen. Spätestens dann wird der Dienstwagen gegen ein neues Fahrzeug ausgetauscht. Dass dieses dann im Vergleich zum Vorgänger nicht so viel Sprit verbraucht oder weniger CO2 ausstößt, ist sehr wahrscheinlich. "Die Fringe Beneftis-Studie bestätigt den Trend, dass Dienstwagenrichtlinien zunehmend auf mehr Umweltverträglichkeit ausgerichtet werden", so Reiners. 85 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihre Regelungen bereits diesbezüglich überarbeitet zu haben oder es in naher Zukunft tun zu wollen. Spitzenreiter bei diesen Änderungen ist mit großem Abstand die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, knapp 40 Prozent der Befragten streichen die größten Umweltsünder ganz aus dem Fuhrpark. Auch der durchschnittliche Spritverbrauch soll in vielen Unternehmen deutlich gesenkt werden. Um den Mitarbeitern diese Neuerungen schmackhaft zu machen, setzen die Betriebe auf Bonus-Malus-Systeme, subventionierte Leasing-Raten für umweltfreundlichere Fahrzeuge oder alternative Programme.

Entgeltumwandlungsmodelle sind im Kommen

Knapp 20 Prozent der Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern inzwischen Entgeltumwandlungsprogramme zur Finanzierung von Fahrzeugen an, 2009 lag der Anteil bei nur zehn Prozent. Das Modell hat deutlich an Beliebtheit gewonnen, denn es bietet Vorteile für beide Seiten. Berechtigt sind vor allem Arbeitnehmer in den mittleren Hierarchieebenen, die sonst keinen Zugang zu Dienstfahrzeugen hätten. Über das Entgeltumwandlungsmodell bekommen sie die Möglichkeit, einen bestimmten Prozentsatz ihres Gehalts für die Finanzierung eines Fahrzeugs zu nutzen, das wie ein Dienstwagen über das Unternehmen läuft. "Arbeitnehmer müssen allerdings beachten, dass sie auch bei der höheren finanziellen Eigenleistung den geldwerten Vorteil versteuern müssen", erläutert Reiners.

Schlagworte zum Thema:  Dienstwagen, Sachleistung, Vergütung

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