Für einen schnellen Überblick zu den zentralen Studienergebnissen klicken Sie bitte auf das "Infografik"-Feld im Bild. Bild: CarringtonCrisp

Die USA und Großbritannien sind bei internationalen Wirtschaftsstudenten nach wie vor die beliebtesten Länder. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Die Untersuchung zeigt jedoch auch, dass sich der Status Quo künftig ändern könnte – eine Chance für den Studienstandort Deutschland?

Die Wahl von US-Präsident Donlad Trump und das Brexit-Referendum haben die Stellung der Wirtschaftsuniversitäten in den USA und Großbritannien offenbar negativ beeinflusst: Seit diesen Ereignissen ziehen 40 beziehungsweise 28 Prozent der Wirtschaftsstudenten ein Studium in den USA oder Großbritannien seltener in Betracht. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens Carrington Crisp in Kooperation mit der European Foundation for Management Development (EFMD) in Brüssel. 

Für die "Business of Branding Study" haben die Studienautoren knapp 1.500 Studenten mit 85 Nationalitäten befragt. Der größte Teil davon (594) waren Bachelor-Studenten, gefolgt von 548 Master- und PhD-Studenten. Die meisten Teilnehmer waren Chinesen, Deutsche und Briten.

USA bleiben insgesamt die erste Wahl für ein Wirtschaftsstudium

Die beliebtesten Studienländer sind mit 67 Prozent die USA, gefolgt von Großbritannien mit 44 Prozent. Danach kommen Kanada (39 Prozent) und Australien (38 Prozent). Weitere sieben Länder mit mehr als 15 Prozent Zustimmung sind die Schweiz, Neuseeland, die Niederlande, Singapur, Frankreich, Japan und China. Deutschland taucht hier nicht auf und liegt damit zumindest hinter Brasilien und Indien. 

Bei der Entscheidung für ein Studienland steht bei mehr als der Hälfte der Befragten (52 Prozent) die Reputation des Landes in der Wirtschaftsausbildung an erster oder zweiter Stelle. Für 40 Prozent liegen die Kosten des Studiums an erster oder zweiter Stelle.

Wer sich einschreiben will, muss erst einmal einreisen können

Zudem sollten die Teilnehmer anhand von zehn Statements ihre Wahrnehmung zu fünf Ländern (Australien, China, Deutschland, Großbritannien und die USA) als Studienland beschreiben. Dabei glauben die Befragten, allen Visa-Restriktionen zum Trotz, dass es in Großbritannien am einfachsten ist, ein Visum für das Studium zu bekommen. An zweiter Stelle steht Deutschland, gefolgt von Australien und China. Am meisten Schwierigkeiten erwarten die Studenten in den USA.

Wo Wirtschaftsstudenten die besten Perspektiven sehen

Bei den Jobmöglichkeiten nach dem Studium liegt Deutschland hinter den USA, Großbritannien und Australien. Am schlechtesten schneidet China ab. Gleichzeitig glauben die Studenten, dass die USA die stärkste und dynamischte Wirtschaft hat, dicht gefolgt von Deutschland, China und Großbritannien. Als billigstes der fünf Länder wurde China wahrgenommen. Deutschland erreicht Platz 2 mit großem Abstand zu Australien und Großbritannien. Am teuersten werden die USA eingeschätzt.

Auffallend schlecht schneidet  Deutschland bei dem Statement "Liegt dort, wo ich gern studieren würde" ab. Nur China ist noch unattraktiver. Auch dass Deutschland ein gutes Angebot an qualitativ hochwertigen Universitäten und Business Schools hat, sehen viele offenbar nicht. Hier führen die USA und Großbritannien mit weitem Abstand. Deutschland belegt Platz drei.

Studienstandort Deutschland: Solide Wahl mit Potenzial?

Insgesamt habe Deutschland bei allen zehn Statements relativ gut abgeschnitten, schreiben die Autoren. Schließlich seien Business Schools hierzulande noch ein relativ neues Phänomen und die Zahl der international bekannten Topschulen sei im Vergleich zu anderen Ländern noch gering.


Hinweis:

Weitere Ergebnisse aus der Studie finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School, Management

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