| DGFP-Umfrage

Personalern fehlt das Wissen aus der HR-Forschung

Daten und Fakten aus der HR-Forschung finden nicht den Weg in die Praxis der Personalarbeit.
Bild: Haufe Online Redaktion

Personalpraktiker kennen die Forschungsergebnisse zu personalwirtschaftliche Kernthemen kaum. Zu diesem Schluss führt eine Mitgliederbefragung der Deutschen Gesellschaft für Personalführung. Danach verlassen sich Personaler eher auf ihre Erfahrung und die Meinung ihrer Kollegen.

Personalpraktiker zweifeln am betrieblichen Nutzen der Wissenschaft, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage unter Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Ebenso halten sie die Forschungsergebnisse oft für schwer zugänglich, und es fehlt ihnen an Zeit, sich ausführlicher mit den Forschungsfakten auseinanderzusetzen. Als Informationsquellen nutzen sie am ehesten den Austausch mit HR-Kollegen und Personalfachzeitschriften.

Silodenken zwischen Personalpraxis und HR-Forschung

Dr. Linus Geil, Bereichsleiter Grundsatzfragen bei der Ergo Versicherungsgruppe AG kritisiert diese Haltung der Personalprakitker: "Erfahrungswissen ist unabdingbar, legt aber subjektive Bewertungsmuster zugrunde." Er rät: "Verzerrte Wahrnehmung können wir durch die Hinzunahme objektiver und nachvollziehbarer Forschungs-ergebnisse vermeiden."

Auch Katharina Heuer, Vorsitzende der DGFP-Geschäftsführung, sieht die Ergebnisse der Umfrage kritisch: "Es darf kein Silodenken zwischen Personalpraxis und -Forschung geben: Gerade angesichts des Wandels in der Arbeitswelt ist es wichtig, dass Praktiker und Wissenschaftler im Dialog sind und mit ihren unterschiedlichen Perspektiven zu neuen Lösungen für das Personalmanagement beitragen."

Forschungsergebnisse sind den Personalern oft nicht bekannt

An der Umfrage im Februar 2013 haben 189 Personalmanager teilgenommen. Zusätzlich wurden zwischen März und Juni 201 BWL-Studenten befragt. Sie alle sollten 19 Aussagen über HR-Themen danach bewerten, ob sie laut der aktuellen Forschung richtig oder falsch sind. So haben beispielsweise auf die Aussage "Geschlechtergemischte Teams zeigen besser Leistungen als homogene Teams" die meisten Befragten falsch geantwortet. Insgesamt 40 Prozent der Antworten der Personalpraktiker auf alle Aussagen stimmen nicht mit den Forschungsergebnissen überein. Aber auch unter den HR-Studenten lag dieser Prozentsatz für die Nicht-Übereinstimmung bei 41 Prozent.

Mehr Ergebnisse und ein Test im Personalmagazin

In Ausgabe 1/2014 des Personalmagazins können Sie Ihr HR-Wissen testen. Darüber hinaus erfahren Sie die detaillierten Studienergebnisse und erhalten Tipps, wie Sie den Forschungstransfer meistern. Die  Ausgabe 1/2014 erscheint am 27. Dezember.

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