| Personalrisiken

Deutsche Städte bei HR-Risiko nur Mittelmaß

Das Personalrisiko ist in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Berlin und Frankfurt landen in einer aktuellen Studie von Aon Hewitt zum Personalrisiko nur im globalen Mittelfeld. Gründe für das schlechte Abschneiden Deutschlands seien vor allem eine höhere Auswanderungsquote, geringere Bildungsausgaben und rigidere Lohnkosten, so die Berater.

Der sogenannte "People Risk Index", den die Personalmanagement-Spezialisten seit 2011 jährlich ermitteln, basiert auf der Analyse der Faktoren Demografie, Aus- und Weiterbildung, Talententwicklung, Beschäftigungspraktiken und gesetzlichen Vorgaben. Er zeigt an, welchen Risiken Unternehmen an 131 verschiedenen Standorten gegenüberstehen, wenn es um das Recruiting und die Beschäftigung von Mitarbeitern sowie Umstrukturierungsmöglichkeiten geht.

Demnach finden Unternehmen in Lagos (Nigeria), Addis Abeba (Äthiopien), Bagdad (Irak), Sanaa (Jemen) und Damaskus (Syrien) die schwierigsten Verhältnisse vor. Von den geringsten Problemen können hingegen Arbeitgeber in New York, Toronto, Singapur, Montreal und London ausgehen. Im europäischen Vergleich folgen Kopenhagen, Zürich, Stockholm und Amsterdam auf den Spitzenplätzen hinter der britischen Hauptstadt.

Deutsche Städte wie Berlin und Frankfurt schlagen nur die Konkurrenz aus den südlichen und östlichen EU-Staaten. Sie konnten lediglich die Plätze 13 und 14 von insgesamt 29 betrachteten Standorten in Europa ergattern. Im weltweiten Vergleich schneiden sie auch nur mittelmäßig ab. So müssen sie sich dieses Jahr mit den Plätzen 41 und 44 begnügen. Seit 2011 sind die Risiken in Deutschland damit sogar noch gewachsen: Denn im vergangenen Jahr lagen Berlin und Frankfurt noch gemeinsam auf Rang 40. Zurückzuführen ist das laut Wolf-Bertram von Bismarck, Leiter des Bereichs Talent in EMEA bei Aon Hewitt, vor allem auf den Mangel an Fachkräften, die zunehmende Überalterung der Gesellschaft und die strikten gesetzlichen Vorgaben.

Warum Deutschland nur Mittelmaß ist

Dass Deutschland weit hinter Großbritannien, Frankreich, Skandinavien, Österreich und der Schweiz zurückliegt, mag auf den ersten Blick dennoch überraschen. Denn die Detailergebnisse zeigen, dass Berlin und Frankfurt in den meisten Bereichen mit den besten Städten mithalten können. So liegen in der Kategorie "Bildung" die deutschen Städte und der Spitzenreiter New York in den meisten Teilbereichen fast gleichauf – abgesehen von den Ausgaben für das Bildungssystem, bei denen Berlin und Frankfurt weit abfallen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in der Sparte "Entwicklung von Talenten". Die deutschen Städte übertreffen andere Standorte vor allem bei der Vielsprachigkeit der Fachkräfte – verlieren den Vorsprung aber dank des hohen Brain Drains, also der Abwanderung der Fachkräfte ins Ausland, wieder. Entsprechend hoch ist die Konkurrenz um die qualifizierten Köpfe. Sie im Betrieb zu halten, erfordert Engagement und Investitionen. Auch das spreche – im Vergleich zu New York oder London – gegen die deutschen Standorte, so von Bismarck. 

Mehr Informationen zum "Aon Hewitt People Risk Index"

Schlagworte zum Thema:  Fachkräftemangel, Abwanderung, Recruiting, Talent Management, Demografischer Wandel

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