13.07.2012 | Unternehmenskultur

Deutsche Mitarbeiter zählen zu den engagiertesten in Europa

Deutsche Mitarbeiter sind deutlich motivierter als ihre europäischen Kollegen.
Bild: Haufe Online Redaktion

52 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind motiviert. Damit liegen sie in Europa an vorderer Stelle. Dennoch gibt es noch großen Nachholbedarf in Sachen Mitarbeiterengagement, zeigt eine aktuelle Studie von Towers Watson.

Denn wirklich nachhaltig engagiert arbeiten lediglich 29 Prozent der Mitarbeiter. Das heißt, sie zeigen nicht nur die grundsätzliche Bereitschaft, sich für ihre Organisation einzusetzen. Sie finden auch die entsprechenden Arbeitsmittel, um ihre Arbeit ausführen zu können, sowie ein Arbeitsumfeld vor, das sie physisch, emotional und sozial unterstützt. Immerhin liegt Deutschland damit über dem europäischen Durchschnitt von 26 Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt die "Global Workforce Study 2012" der Unternehmensberatung Towers Watson. Die Untersuchung, die bereits zum fünften Mal durchgeführt wird, stützt sich auf die Angaben von mehr als 32.000 Arbeitnehmern aus 28 Ländern zu ihrem beruflichen Umfeld sowie der individuellen Einstellung zur Arbeit.

Jeder Fünfte macht Dienst nach Vorschrift

Nichtsdestotrotz gibt es einen großen Teil der Belegschaft, bei denen Nachholbedarf besteht. So ist ein knappes Viertel der deutschen Arbeitnehmer grundsätzlich engagiert. Sie fühlen sich jedoch ausgebremst, da es etwa an den wesentlichen Arbeitsmitteln mangelt oder sie nicht die notwendige Unterstützung erfahren. Fast ebenso viele Angestellte (22 Prozent) verrichten "Dienst nach Vorschrift", das heißt, ihnen fehlt es an Engagement im klassischen Sinne. Dies lässt sich jedoch ändern. Einen besonderen Einfluss auf das Engagement haben das Top-Management und die direkten Vorgesetzen sowie eine funktionierendes Work-Life-Balance, heißt es in der Studie.

Arbeitsplatzsicherheit für Mitarbeitergewinnung entscheidend

Des Weiteren zeigt die Untersuchung, dass der Hauptgrund, sich für einen Arbeitgeber zu entscheiden, nicht mehr nur das Gehalt ist. An vorderster Stelle steht neuerdings die Sicherheit des Arbeitsplatzes. „Die starken wirtschaftlichen Schwankungen sowie die Krisen der letzten Jahre haben tiefe Spuren bei den Arbeitnehmern hinterlassen. Der tatsächliche wirtschaftliche Aufschwung ist noch nicht in der Wahrnehmung der Mitarbeiter angekommen“, erklärt Heike Ballhausen, Leiterin des Beratungsbereichs Talent Management & Organizational Alignment bei Towers Watson EMEA, das Ergebnis.

Gehalt ist Top-Treiber in Sachen Mitarbeiterbindung

Das Sicherheitsbedürfnis der deutschen Arbeitnehmer ist nicht nur bei der Wahl des Arbeitgebers, sondern auch für die Bindung an das Unternehmen stärker ausgeprägt als im europäischen und internationalen Durchschnitt (Deutschland: Platz 3; International: Platz 6). Top-Treiber bei der Bindung an einen Arbeitgeber ist aber nach wie vor das Gehalt – in Deutschland ebenso wie in anderen Ländern. Dabei sind nicht nur die Höhe des Gehalts ausschlaggebend, sondern auch dessen transparente Kommunikation und eine empfundene Fairness den Kollegen gegenüber.

Schlagworte zum Thema:  Unternehmenskultur, Mitarbeitermotivation, Arbeitgeberattraktivität, Vergütung, Talent Management

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