13.03.2014 | Arbeitmarkt

Deutsche Arbeitszeit liegt so hoch wie zuletzt vor 20 Jahren

Ob am Fließband oder im Büro: 2013 haben deutsche Beschäftigte so viel gearbeitet wie zuletzt 1994.
Bild: Haufe Online Redaktion

Gleich zwei Rekorde hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) vermeldet: 2013 haben die deutschen Beschäftigten so viel gearbeitet wie zuletzt 1994 und es gibt so viele Arbeitsplätze wie noch nie. Urlaube und Freistellungen liegen aber auch über Vorjahresniveau.

Insgesamt haben die Beschäftigen in Deutschland laut IAB 58,072 Milliarden Stunden mit Arbeit verbracht – in Büros, an Werkbänken, auf Baustellen oder an Fließbändern. Im Vergleich zu 2012 sind das 0,2 Prozent mehr Arbeitszeit. Zuletzt kam Deutschland auf eine ähnliche hohe Rekordzahl im Jahr 1994.

"In Erwartung einer wieder anziehenden Konjunktur haben Betriebe im letzten Jahr trotz nur mäßig gefüllter Auftragsbücher die Beschäftigung weiter erhöht", erläuterte IAB-Arbeitsmarktforscher Enzo Weber die erneute gestiegene Zahl der Arbeitsstunden.

Arbeitszeit pro Kopf ist gesunken

Da sich dadurch das Arbeitsvolumen auf mehr Köpfe verteilt habe, sei die durchschnittliche Jahresarbeitszeit allerdings um 0,4 Prozent auf 1.388 Stunden pro Kopf gesunken. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Schnitt pro Jahr 1.640 Stunden, Teilzeitbeschäftigte im Schnitt 637 Stunden.

Auch mehr Urlaub und längere Krankheitszeiten

Etwas über dem Vorjahresniveau lagen aber auch die Urlaube und Freistellungen. Die Arbeitsmarktforscher führen dies unter anderem auf die Hochwasserkatastrophe im vergangenen Sommer zurück. Dadurch hätten viele Menschen vorübergehend nicht zu ihren Arbeitsplätzen gelangen können.

Die Zahl der bezahlten Überstunden sank 2013 um eine Stunde auf 47 Stunden pro Beschäftigtem. Wegen der Grippewelle im Februar und März seien die Beschäftigten auch etwas länger krank gewesen als 2012.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitszeit, Arbeitsmarkt, Urlaub , Freistellung

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