10.08.2011 | HR-Management

Deutsche Arbeitnehmer beklagen mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte

Bei fast jedem zweiten Arbeitnehmer in Deutschland liegt das letzte Personalgespräch mehr als zwölf Monate zurück, gut jeder dritte Beschäftigte hat sogar in den vergangenen zwei Jahren nicht mehr mit seinem Vorgesetzten gesprochen. Fatal daran: Das große Schweigen wird vor allem als fehlende persönliche Wertschätzung interpretiert - mit gravierenden Folgen, zeigt eine aktuelle Studie von Rochus Mummert.

So sorgt es nicht nur für unklare Jobperspektiven, sondern wird von den Mitarbeitern eindeutig als mangelnde persönliche Wertschätzung wahrgenommen: Rund 40 Prozent der Beschäftigten glauben, dass ihr Vorgesetzter nicht weiß, wie wichtig sie für das Unternehmen sind. "Vor allem Leistungsträger reagieren auf fehlende Wertschätzung und mangelnde Perspektiven mit einem Loyalitätsabbau gegenüber ihrem Arbeitgeber", sagt Hans-Joachim Maar, Partner der Unternehmens- und Personalberatung Rochus Mummert. Die Folge: Die besten Mitarbeiter verlassen das Unternehmen zuerst. Dieser selbstverschuldete Verlust an Arbeitgeberattraktivität können sich Unternehmen angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels auf Dauer nicht leisten.

 

Qualität der Mitarbeitergespräche lässt zu wünschen übrig

Doch auch Unternehmen, in denen regelmäßig Mitarbeitergespräche stattfinden, wiegen sich oftmals in falscher Sicherheit. So werden nach Auskunft von mehr als der Hälfte der Beschäftigten konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der individuellen Kompetenzen selten oder nie von den Vorgesetzten thematisiert. "Die offenbar mangelnde Qualität in vielen Personalgesprächen ist ein echtes Alarmsignal. Denn nur ein Arbeitgeber, der seine Leistungsträger durch eine Weiterentwicklung der persönlichen, fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen für den Arbeitsmarkt flexibel hält, kann diese - zumindest für einen längeren Zeitraum - an sich binden", sagt Maar.

 

Unzufriedenheit der Arbeitnehmer ist häufig hausgemacht

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen damit, dass die in jüngsten Studien festgestellte allgemeine Unzufriedenheit unter Deutschlands Arbeitnehmern ganz konkrete und vor allem hausgemachte Gründe hat. "Bis heute wird etwa das Thema Führungskräftemangel in der Regel immer noch als ein rein quantitatives Problem betrachtet", hat Rochus-Mummert-Partner Maar beobachtet. "Die Veränderungen im Wertesystem der Gesellschaft und ihre Bedeutung für den Arbeitsmarkt werden bei dieser Sichtweise aber deutlich unterschätzt. So ist eine regelmäßige Überprüfung seitens des Arbeitnehmers, ob das aktuelle Arbeitsverhältnis seinen Interessen und Bedürfnissen noch gerecht wird, gerade unter Leistungsträgern heute eher Regel als Ausnahme", so Maar weiter.

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