08.02.2012 | HR-Management

Demografische Entwicklung erreicht Weiterbildungsmarkt

Jeweils rund ein Viertel der Weiterbildungsanbieter will innerhalb der nächsten fünf Jahre Angebote zur Qualifizierung für altersgerechtes Arbeiten im Betrieb, zum Transfer des Erfahrungswissens ausscheidender Mitarbeiter oder zur erfolgreichen Bewältigung des demografischen Wandels in Betrieben einführen. Dies geht aus dem aktuellen wbmonitor 2011 hervor.

Die Weiterbildungsbranche sieht in derartigen, bislang noch kaum verbreiteten demografie-orientierten Angeboten für Betriebe eine Chance für die Zukunft. Dies zeigt der wbmonitor 2011 mit dem Schwerpunktthema "Weiterbildungsanbieter im demografischen Wandel" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) und des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen (DIE). An der Umfrage beteiligten sich 1.700 Weiterbildungsanbieter.

 

Fokus: Weiterbildungsbeteiligung der Generation 50Plus

Im Zentrum stand die Frage, ob sich die Teilnahme "demografierelevanter" Personengruppen in den vergangenen fünf Jahren bereits verändert hat. Gemeint sind vor allem die Altersgruppen 50Plus und Jüngere bis 34 Jahre. Aber auch als "Arbeitsmarkt-" beziehungsweise "Qualifikationsreserven" bezeichnete Gruppen wie Migranten, Frauen, geringqualifizierte Beschäftigte oder Arbeitslose rücken zunehmend in das Interesse von Politik und Wirtschaft, da zur Deckung des Fachkräftebedarfs weniger Jüngere zur Verfügung stehen als in der Vergangenheit. Diese Personengruppen sollen durch Weiterbildung mobilisiert und fit für den Arbeitsmarkt gemacht oder für höherwertige Tätigkeiten qualifiziert werden.

 

Ältere bilden sich verstärkt weiter

Die Weiterbildungsbeteiligung der verschiedenen Personengruppen hat sich je nach regionalem demografischen Verlauf unterschiedlich entwickelt. Im gesamten Bundesgebiet verzeichnen die Anbieter nur bei geringqualifizierten Arbeitslosen und Älteren (50+) einen deutlichen Anstieg - bei letzteren ist sogar eine Trendwende in der Weiterbildungsbeteiligung zu konstatieren.

 

Wirtschaftliches Klima in der Weiterbildungsbranche stabil

Im Rahmen des wbmonitor wird alljährlich auch der Klimawert ermittelt, der die wirtschaftliche Stimmung in der Weiterbildungsbranche misst. Er ist 2011 im Vergleich zu 2010 insgesamt positiv und stabil geblieben, wobei betrieblich finanzierte Anbieter von einer glänzenden Geschäftsentwicklung berichten, während der Klimawert der Arbeitsagenturfinanzierten Anbieter erstmals so stark sinkt, dass er negativ ausfällt. Auch für die Zukunft wird eine Fortsetzung dieser Negativentwicklung befürchtet.

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