24.02.2016 | Delphi-Befragung

Virtuelles und mobiles Lernen liegen im Trend

Bildungsexperten sehen virtuelle Klassenräume und mobiles Lernen als die wesentlichen Lernformen der kommenden drei Jahre.
Bild: Corbis

Virtuelle Klassenräume und mobiles Lernen etablieren sich neben "Blended Learning" als wichtigste Lernformen. Das zeigt die zehnte Ausgabe der MMB-Learning-Delphi, einer Expertenbefragung der Bildungsszene.

In der aktuellen Ausgabe der Delphi-Befragung des MMB-Instituts in Essen wurden 68 Bildungsexperten in Deutschland, Österreich und der Schweiz dazu befragt, welche Bedeutung bestimmte Lernformen, Anwendungen und Technologien in den kommenden drei Jahren für das betriebliche Lernen haben.

Die Ergebnisse werden in der Ausgabe 03/2016 der Wirtschaft + Weiterbildung von Lutz P. Michel, Ulrich Schmid und Lutz Goertz vom MMB-Institut vorgestellt.

Webinare und mobiles Lernen weit verbreitet

Auch in diesem Jahr wurde "Blended Learning" von den Befragten als hochrelevante Lernform in der beruflichen Aus- und Weiterbildung bewertet (97 Prozent). Daneben wurden "Virtuelle Klassenräume" (87 Prozent) und "Mobile Learning" (85 Prozent) als Trends ausgemacht.

"Virtuelle Klassenräume" haben sich insbesondere in der Form von "Webinaren" stark verbreitet. Das mobile Lernen wiederum hat sich zu einer sinnvollen Ergänzung des stationären Lernens entwickelt, zugleich aber auch als eigenständige Lernform etabliert. Im E-Learning sind auch "Web-Based-Trainings" nach wie vor eine feste Größe (79 Prozent). Der spielerischen Lernanwendung "Serious Games" wird von den Experten dagegen keine so hohe Relevanz mehr zugeschrieben (27 Prozent).

Kommerzielle Erfolgsprognose: "Blended Learning" verdrängt

Weiterhin werden "Adaptive Learning" (62 Prozent) und "Augmented Reality" (28 Prozent) – die Anreicherung von Bildern mit der realen Umgebung durch Computereinblendungen – von den Experten als wichtige Formate für die nächsten Jahre eingestuft. Rechercheinstrumente wie "Wikis" werden hingegen nicht mehr als besonders zukunftsweisende Lernformen angesehen.
Was die Prognose des kommerziellen Erfolgs angeht, so liegen für 81 Prozent die mobilen Anwendungen und Apps vorne. Im Vergleich zum Vorjahr wird "Blended Learning" damit von der Spitze verdrängt (75 Prozent).

Bedeutung von IT-Schulungen nimmt ab

IT-Schulungen, die jahrelang als wichtigstes Thema des E-Learnings galten, werden von den befragten Bildungsexperten nicht mehr als so bedeutend angesehen. Das Thema "Compliance", das regelgerechte Verhalten, das in vielen Unternehmen mittlerweile zur Pflichtschulung gehört, sehen die Experten als das wichtigste Lernthema an. Es folgen Kundenschulungen, Produktschulungen sowie Arbeitssicherheit und Arbeitsschutz.

Entwicklungen der "Corporate Online Education"

Auf die Frage, welche Entwicklungen und Innovationen den Markt für Corporate Online Education in den kommenden Jahren prägen, haben die Experten zwei Antworten. 72 Prozent der Befragten erwarten eine weitere Zunahme sozialer Lernformen und 71 Prozent stufen das Thema Bewegtbild als ähnlich bedeutsam ein. Videobasierte Lerneinheiten im "Youtube"-Stil werden im Bereich "Corporate Learning" künftig noch wichtiger.

In den zunehmend verfügbaren "Open Educational Ressources" (OER) sehen hingegen nur 46 Prozent ein wichtiges Thema für die betriebliche Aus- und Weiterbildung. Auch den öffentlichen Bildungseinrichtungen wie Hochschulen, Schulen oder Berufskollegs wird lediglich von 46 Prozent der Experten eine hohe Bedeutung für Corporate-Learning-Strategien beigemessen. Weniger als die Hälfte der Befragten kann sich damit vorstellen, dass Unternehmen diese öffentlichen Institutionen gezielt in ihre Personalplanung einbauen.

Barrieren: wenig aufgeschlossen, überkommene Lernkultur

Zu den wichtigsten Problemen und Hindernissen befragt, die einer schnelleren Entwicklung des digitalen Lernens im Weg stehen, wurden an erster Stelle die fehlende Aufgeschlossenheit der Entscheider sowie überkommene Lernkulturen genannt, die dem Einsatz von E-Learning nicht förderlich sind. Als weitere Hindernisse werden die immer noch recht hohen Entwicklungskosten und die didaktischen Defizite virtueller Lernangebote genannt.

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag zu den Ergebnissen der Delphi-Befragung in der Ausgabe 03/2016 der Wirtschaft + Weiterbildung, die am 26. Februar erscheint.

Schlagworte zum Thema:  Virtuell, Lernen, Webinar, E-Learning

Aktuell

Meistgelesen