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| Vergütung

Debatte um staatliche geregelte Managergehälter geht weiter

Wie viel Vorstände verdienen, soll der Aufsichtsrat stärker mitbestimmen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Deutsche Gewerkschaftsbund befürwortet die Begrenzung der Managergehälter und erhofft sich eine europaweite Debatte dazu. Genau diese Diskussion bezeichnet die HR Alliance aber als "politischen Populismus". Sie spricht sich gegen jeden staatlichen Eingriff aus.

Dietmar Hexel, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftbunds (DGB), sieht in der Debatte um die Deckelung der Managergehälter einen wichtigen Schritt, um aus den Fehlern der Finanzkrise zu lernen: "Mit dem Ziel die Managergehälter zu begrenzen haben die europäischen Instanzen eine wichtige Konsequenz aus der Finanzkrise 2008/2009 gezogen, in der exorbitante Boni als Brandbeschleuniger gewirkt haben", betont er.

Das Argument von Hexel für die gesetzliche Deckelung: "Ein Unternehmen ist eine Leistungsgemeinschaft von allen Beschäftigten, deswegen muss ein vernünftiges Verhältnis zwischen Belegschaftseinkommen und Managementvergütung bestehen."

Falls ein Gesetz zur Begrenzung der Managergehälter kommen sollte, werde den Aufsichtsräten zwangsläufig auferlegt, das Verhältnis von Vorstandsvergütung und der Vergütung der Gesamtbelegschaft stärker zu berücksichtigen und anzupassen. Dies wäre jedoch auch ohne ein solches Gesetz zu empfehlen, so Hexel. Denn "wenn der Zusammenhalt in einem Unternehmen oder der Gesellschaft bewahrt werden soll, ist eine wirksame Begrenzung der Vorstandsvergütung von Nöten", erklärt Hexel.

HR Alliance sieht Aufsichtsräte in der Verantwortung

Die Vorstandssprecherin der HR Alliance, Jutta Rump, erteilt sowohl der von CDU und FDP geplanten Änderung des Aktienrechts, nach der künftig die Hauptversammlung eines Unternehmens über Managergehälter und Boni abstimmen soll, als auch der Gesetzesinitiative der SPD zur Begrenzung überhöhter Managergehälter eine klare Absage: "Natürlich haben wir als Bürger kein Verständnis für manche exorbitanten Boni, die in den Chefetagen bezahlt werden. Aber hier ist nicht der Gesetzgeber gefragt, sondern der Aufsichtsrat", erklärt Rump. Die HR Alliance plädiere jedoch  an die Aufsichtsräte, sich ihrer Verantwortung für die Managervergütung noch deutlicher als bisher zu stellen.

Hier sieht die Alliance schon in vielen Unternehmen Initiativen, die eine intensivere Auseinandersetzung mit Struktur und Höhe der Vorstandsvergütungen dokumentieren. Auch zeige die öffentliche Diskussion bereits Wirkung, wie man an der aktuellen Reduzierung der Boni einiger Wirtschaftslenker durch das Aufsichtsorgan sehe. 

Rückendeckung bekommt die HR Alliance vom Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft. Dazu Verbandspräsident Michael H. Heinz:  "Eine gesetzliche Regelung von Gehältern ist ein zu großer Eingriff in die unternehmerische Freiheit. Jeder Eigentümer eines Unternehmens muss die Höhe von Gehältern selbst festlegen".

Lösungsvorschlag: Personalmanager verstärkt in Aufsichtsräte berufen

Um mehr Kompetenz im Thema Vergütung in die Entscheidungsgremien zu bringen, hat die HR-Alliance noch einen ganz eigenen Vorschlag: "Heutzutage fließt Expertise zum Thema Vergütung zunehmend durch sehr gut bezahlte, externe Berater in die Aufsichtsräte ein– weil dort selten Experten vertreten sind." erklärt Rump. Und fährt fort: "Doch es gibt diese Experten auch aus anderer Herkunft: Personalmanager mit Erfahrungen in Top-Managementfunktionen. Man muss sie nur in die Aufsichtsräte berufen."

Haufe Online Redaktion

Personalmanager, Managergehälter, Vergütung

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