23.11.2010 | HR-Management

Dave Ulrich: "Kann Business Partner nicht mehr hören"

HR-Managementvordenker Dave Ulrich hat sein Seminar an der ZfU International Business School in Zürich genutzt, um mit Fehlinterpretationen seines Business-Partner-Konzepts aufzuräumen und deutlich Akzente zu setzen.

Sein Begriff vom „Business Partner“ werde mittlerweile auf die seltsamsten Arten verwendet. „Ich kann den Begriff schon nicht mehr hören“, so der Professor an der Universität von Michigan am vergangenen Freitag in einem mitreißenden Meisterkurs an der Züricher Business School.

Mit Blick auf seine berühmte Matrix vom Personaler als Verwaltungsprofi („Admin Expert“), Mitarbeitercoach („Employee Champion“), Veränderungsmanager („Change Agent“) und strategischen Partner des Managements („Strategic Partner“) aus dem Jahre 1997 stellte Ulrich klar: „Sie alle sind Business Partner.“ Keiner sei zweitrangig und es mache keinen Sinn, die einen gegen die anderen auszuspielen.

 

Strategie und Alltagsgeschäft bedürfen einander

Das Personalwesen müsse in Sachen Transformation wegkommen vom Denken „Wir müssen von hier nach dort“. Habe man um die Jahrtausendwende alles darauf abgestellt, sich strategischer auszurichten, so habe gerade die zurückliegende Krise gezeigt, für wie viel Erfolg die operative Seite des HR-Business bürge. Es gehe letztlich darum, das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Allerdings sei die Herausforderung in den Verwaltungstätigkeiten, sie immer effizienter zu erledigen.

Als wahren Kern der HR-Transformation definierte Ulrich das Anliegen, Wert für den Kunden zu schaffen. Dies gelinge nur, wenn das Personalwesen all sein Tun an den Erwartungen des externen und internen Kunden ausrichte und den Blick „von außen nach innen“ richte. Als Modell für effektive HR-Organisationen empfahl der Bestsellerautor den Blick auf „professionelle Dienstleistungsorganisationen“ wie zum Beispiel Unternehmensberatungen. Ihnen gehe es darum, das eigene Wissen in Wertschöpfung beim Kunden zu verwandeln. Ihre Strukturen und Methoden wiesen den Weg zu einer leistungsfähigen Personalfunktion.

 

Zwei Welten in der Personalarbeit? Lesen Sie dazu auch das Interview des Personalmagazins mit HR-Business-Partner-Experte Martin Claßen in Ausgabe 7/2009: "Effizienz versus Potenzial".

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