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Das klassische HR-Reporting konzentriert sich auf die Dokumentation von Vergangenheitsdaten. Bild: mauritius images / imageBROKER / Bernhard Classen

Strukturierte Datenerfassung ist ein Kernelement von People Analytics - hat aber bereits eine lange Geschichte. Hier erfahren Sie, wie sich das HR-Berichtswesen entwickelt hat und welche Rolle das klassische HR-Reporting heute für HR-Analytics-Projekte spielt.

Das Bedürfnis von Menschen, mit vorgegebenen Zielsetzungen Berichte anzufertigen, ist im wahrsten Sinne des Wortes steinalt. Bereits die altägyptischen Pharaonen nutzten ein ausgefeiltes Berichtswesen, um ihr großes Reich zu kontrollieren.

HR-Berichtswesen: Ein Blick zurück

Auch in den doch etwas jüngeren Human Resources war das Berichtswesen oder (Personal-)Reporting bereits früh üblich, noch lange bevor mit dem Personalcontrolling erste systematische Auswertungen und Analysen in Unternehmen durchgeführt wurden. Ein HR-Berichtswesen kann dabei alle Maßnahmen umfassen, die Informationen über die Belegschaft und damit zusammenhängende Faktoren der Zusammenarbeit in Berichtsform – also komprimiert und meist regelmäßig aktualisiert – festhalten. Diese Berichte wurden zunächst schriftlich angelegt. Heute nutzen wir mit Datendashboards eine neue, visueller aufbereitete Form von Berichten.

Im Personal-Reporting werden seit jeher regelmäßig Berichte mit Vergangenheitsdaten erstellt. Personalmanager beantworten im Wesentlichen dem Management die Frage „Was ist passiert? zum Beispiel Krankenstand je Monat, Fluktuation pro Monat oder Quartal, Mitarbeiteranzahl pro Unternehmensbereich, Anzahl durchgeführter Personalentwicklungsmaßnahmen, Anzahl angebotener und/oder durchgeführter Maßnahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Diese retrospektiven Berichte sind noch heute wichtig. Sie sollten aber nicht die einzige Betrachtungsperspektive bieten.

HR-Reporting als Datenquelle für People Analytics

Auch Unternehmen, die mit People Analytics arbeiten, benötigen ein Berichtswesen. Dieses übernimmt zwei wesentliche Aufgaben. Zum einen bietet das Personal-Reporting eine wichtige Datenquelle für People-Analytics-Projekte. Zum anderen bildet das Berichtswesen eine Kommunikationsschnittstelle zwischen dem People-Analytics-Team und dem Rest des Unternehmens. Hier werden beispielsweise Dashboards entwickelt, die People-Analytics-Ergebnisse ausspielen.

Das Berichtswesen ist nach wie vor eine wesentliche Kommunikationsform, wenn es darum geht, Informationen aus HR-Controlling oder People Analytics zur Verfügung zu stellen. Die Grundlage für ein solides Reporting bildet dabei die strukturierte und fehlerfreie Erfassung von Daten.


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Schlagworte zum Thema:  Personalcontrolling, Reporting, Daten, Big Data, Analytics

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