Corona-Krise: Studie zu Zukunftsszenarien von Unternehmen

Corona hat Unternehmen und Wirtschaft in voller Breite getroffen. Umsatzrückgang und wegbrechende Märkte sind die akute Folge. Doch eine neue Studie von Haufe zeigt: Unternehmen sind mehrheitlich optimistisch für die Zukunft. Sie wollen in Digitalisierung und Mitarbeiter investieren – um den Aufbruch vorzubereiten.

Covid-19 stellt Deutschland, Europa und die ganze Welt vor Herausforderungen, wie wir sie seit Jahrzehnten nicht erlebt haben. Wir müssen handeln, ohne zu wissen, wie die Lage in vier Wochen aussehen wird. Wir fahren auf Sicht und befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation, die uns allen unbekannt war. Es fehlen Vergleichsmuster und Erfahrungen. Und wir erleben, wie schwer Unsicherheit auszuhalten ist.

Studie: Wie nehmen die Menschen die wirtschaftliche Lage wahr?

Haufe hat Ende April im Zuge der Studie "Wir nach Corona" 1.600 Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt, wie sie in ihren Unternehmen die wirtschaftliche Lage mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen wahrnehmen. Wie sie ihre eigene wirtschaftliche Zukunft und die ihrer Unternehmen einschätzen. Wir wollen Antworten auf Fragen finden, die die Menschen in der Wirtschaft bewegen.

Hier können Sie die Ergebnisse der Haufe-Studie "Wir nach Corona - Szenarien für eine neue Arbeitswelt nach der Corona-Krise" downloaden.

Vier Personengruppen mit unterschiedlichen Zukunftsszenarien

Die gute Nachricht: 54 Prozent der befragten Unternehmen wollen und werden wieder wachsen. Sie sehen Licht am Ende des Tunnels. Überhaupt rechnet die große Mehrheit der Befragten damit, dass sich die Lage bis Ende 2020 beruhigt haben wird. Dennoch ist damit nicht alles gut. Die Geschäftsentwicklung ist auf breiter Front eingebrochen. Nur sieben Prozent der Befragten sind von ihr nicht betroffen. Unsere Studie macht aber deutlich, dass die Befragten sehr unterschiedlich in die Zukunft blicken. Wir haben vier Gruppen identifiziert, die ganz unterschiedlichen Zukunftsszenarien anhängen: die Schlagkräftigen (26 Prozent), die Hoffnungsvollen (29 Prozent), die Unsicheren (30 Prozent) und die Resignierten (15 Prozent). Sie unterscheiden sich deutlich darin, wie sie die Auswirkungen der Krise einschätzen, wie optimistisch sie in die Zukunft blicken und wie sie den Herausforderungen begegnen wollen.

Mitarbeiter unterstützen, Digitalisierung vorantreiben

Es ist völlig unstrittig, dass Unternehmen und manche Branchen von Corona besonders stark getroffen sind, zum Beispiel Tourismus und Automotive. Vor allem die Gruppe der Resignierten kann kaum mehr gestalten – weil Liquidität fehlt oder weil ihre Märkte eingebrochen sind. Gleichzeitig sehen wir aber auch Unternehmen, die von der Entwicklung profitieren, weil deren Angebote besonders nachgefragt und gebraucht werden.

Remote Work zeigt Kreativität und Innovationskraft der Unternehmen

Das macht Hoffnung für die kommenden Monate. Menschen wollen gestalten. Sie stecken den Kopf nicht in den Sand. So wie vor allem die Gruppe der "Hoffnungsvollen". Sie spüren Gegenwind, vertrauen aber auf ihre Anpassungsfähigkeit, die Stärken ihrer Mitarbeiter und ihrer Organisation. Und überhaupt: Viele erfahren, so wie ich, in den Monaten von Remote Work, welche Energie, welche Kreativität, wie viele innovative Ideen in ihren Unternehmen stecken.

Erst wird es schlecht, damit es besser werden kann

Konkret heißt das: Im Moment fahren die Unternehmen ihre Investitionen im Durchschnitt um 20 Prozent zurück. Und alle Cluster rechnen mit teilweise deutlichen Umsatzeinbrüchen bis Ende des Jahres 2020. Nur die Schlagkräftigen sehen in den kommenden Monaten ein leichtes Umsatzplus. Wir haben aber auch nach den Perspektiven für die Jahre 2021 bis 2023 gefragt. Und da ergibt sich ein anderes Bild: Anfang 2021 wollen die meisten wieder investieren, reine Kosteneinsparungen kommen an ihr Ende. Bis 2023 soll sich das verstärken. Denn mit Covid-19 sehen sie die generellen Strategien für Wachstum nicht infrage gestellt.

Digitale Kompetenzen der Mitarbeiter fördern

Investieren wollen die Unternehmen vor allem in die Digitalisierung - auch der Kernprozesse. 49 Prozent geben das an. Dicht gefolgt von den eigenen Mitarbeitern, hier sind es durchschnittlich 43 Prozent. In erster Linie geht es darum, die (digitalen) Kompetenzen der Menschen zu fördern und zu stärken. Nicht zuletzt, weil 43 Prozent davon ausgehen, dass die digitale Zusammenarbeit wichtiger werden wird. Und 31 Prozent denken, dass virtuelle Führung verteilter Teams an Bedeutung gewinnen wird. Organisationen und Menschen auf diese Wirklichkeit vorzubereiten, ist eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre.

Wo ordnen Sie sich ein? Was ist zu tun, was kann man tun? Und welchen Weg wählen Sie in der Herausforderung? Machen Sie sich ein Bild von den Studienergebnissen und packen Sie die Zukunft an. Aufbruch statt Zusammenbruch ist angesagt.


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