07.08.2014 | Coaching-Studie

Bewusstsein für Coaching wächst – doch nicht die Zahl der Teilnehmer

Die International Coach Federation (ICF) hat untersucht, wie potenzielle Kunden Coaching wahrnehmen.
Bild: Comstock Images, a division of JupiterImages Corporation

Die diesjährige Studie der International Coach Federation (ICF) zeigt, dass das Bewusstsein für Coaching in den vergangenen vier Jahren gewachsen ist. Die Teilnahmerzahlen sind jedoch nicht im gleichen Maße gestiegen: Weltweit gibt es nur ein Prozent mehr Coaching-Kunden als 2010.

Um acht Prozent weltweit und sogar neun Prozent im kontinentalen Europa ist das Bewusstsein für Coaching seit 2010 gestiegen. Das ist ein Ergebnis der Global-Consumer-Awareness-Studie 2014, die das Beratungsunternehmen PWC im Auftrag des internationalen Coachingverbands ICF durchgeführt hat. Insgesamt 58 Prozent der 18.810 Studienteilnehmer aus 25 Ländern wissen demnach um das Angebot beruflicher oder persönlicher Coachings; auf dem europäischen Kontinent sind dies insgesamt 49 Prozent. Ihnen gegenüber steht jedoch gut die Hälfte der europäischen Teilnehmer (51 Prozent), die offenbar mit dem Coaching-Konzept nichts anzufangen weiß.

Coachingteilnahme steigt in Europa nur um ein Prozent

Jedoch hat nur knapp jeder fünfte Befragte, der Coaching kennt, selbst schon an einer Coaching-Maßnahme teilgenommen. Im Vergleich zur Erhebung, die die ICF im Jahr 2010 durchgeführt hat, bedeutet das im globalen Durchschnitt nur einen Zuwachs um ein Prozent. Die europäischen Länder ohne das Vereinigte Königreich liegen mit ihrem einen Prozent Zuwachs genau im Schnitt – soweit sich die Zahlen von 2010 und 2014 vergleichen lassen, denn die ICF-Studie 2010 umfasste nicht die gleichen europäischen Länder wie in diesem Jahr.

Nur jeder fünfte Über-55-Jährige möchte sich coachen lassen

Nur in den sogenannten "big four countries" – USA, Kanada, Vereinigtes Königreich und Australien – konnten Coachs drei Prozent mehr Kunden verbuchen. Die ICF wertet diese "großen Vier" separat aus, weil in diesen englischsprachigen Ländern zwei Drittel ihrer Mitglieder tätig sind.

Immerhin könnte sich ein Drittel der Studienteilnehmer, die noch nicht an einem Coaching teilgenommen haben, vorstellen, dies in Zukunft zu tun. Dabei ist der Anteil der potenziellen Coachingkunden unter den 25- bis 34-Jährigen mit 44 Prozent sehr viel höher als bei den Über-55-Jährigen, bei denen nur 21 Prozent über ein Coaching nachdenken.

Männer wünschen berufliche Themen im Coaching, Frauen die persönliche Entwicklung

Diejenigen, die sich kein Coaching wünschen, tun dies vorwiegend, weil sie die Maßnahme in ihrem aktuellen Lebensabschnitt nicht als wichtig empfinden (42 Prozent). Das zeigt sich in besonderem Maße bei den älteren Studienteilnehmern: 54 Prozent der Über-55-Jährigen lehnen ein Coaching mit diesem Argument ab. Bei den Jüngeren spielen bei der Entscheidung für oder gegen ein Coaching andere Faktoren eine Rolle – etwa die Frage, ob sie es sich finanziell leisten können daran teilzunehmen.

Die Studienautoren fragten auch nach den Themen, die sich jene Teilnehmer wünschen, für die ein Coaching in Frage kommt: Sie möchten vor allem ihre Stärke und Schwächen definieren (47 Prozent) oder ihr Potenzial maximieren (41 Prozent). Dabei unterscheiden sich die Themenwünsche von Männern und Frauen aber offenbar: Während die männlichen Studienteilnehmer eher berufliche Themen nannten, gaben die weiblichen Teilnehmer an, sich in einem Coaching vor allem mit ihrer persönlichen Entwicklung beschäftigen zu wollen.

Die kompletten Studienergebnisse der ICF-Studie 2014 stehen unter coachfederation.org zum Download bereit. ICF-Mitglieder können das Pdf kostenlos herunterladen, für Nicht-Mitglieder ist das Angebot kostenpflichtig.

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