18.08.2014 | CEO-Studie

Männlich, Mitte 50, führt Firma

Geschlecht, Alter und Werdegang eines durchschnittlichen CEOs hat eine Datenanalyse ergeben.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der typische CEO entspricht einer Analyse zufolge dem gültigen Klischee: Er ist männlich, Mitte 50 und hat an einer renommierten Uni studiert. Auch bei der Nationalität herrscht - gerade in Deutschland - wenig Vielfalt.

Ein 54-jähriger Mann, der in Harvard, Oxford oder Cambridge studiert hat: So sieht einer Datenanalyse des US-Softwareunternehmens Qlik zufolge der durchschnittliche CEO aus – weltweit. Denn die ITler stützen sich bei ihrer Analyse auf die Daten der 100 größten börsennotierten Unternehmen und denen von 250 weiteren CEOs. Außerdem verarbeiteten die Analysten von Qlik Informationen zu CEOs der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland, der Schweiz und aus dem Asien-Pazifik-Raum.

CEO-Büros in Japan und Hong Kong sind reine Männerclubs

Wenig überraschend angesichts der Debatte über die Männerdominanz in Chefetagen sind die Ergebnisse zum Geschlecht der Firmenoberen: Demnach sind ganze 96 Prozent der CEOs weltweit männlich und nur vier Prozent weiblich. In Indien, dem Land mit der höchsten weiblichen CEO-Quote,  ist der Frauenanteil mit acht Prozent immerhin doppelt so groß wie im globalen Schnitt. Reine Männerclubs sind im Gegensatz dazu die CEO-Büros in Japan und Hong Kong.

Die Ausbildung männlicher und weiblicher CEOs unterscheidet sich der Qlik-Analyse zufolge häufig im gewählten Studienfach: Während die weiblichen Topmanager mehrheitlich Betriebswirtschaft studiert haben, haben ihre männlichen Kollegen zumeist einen Abschluss in Volkswirtschaft in der Tasche. Wo die CEOs diese Abschlüsse erworben haben, zeigt die Analyse ebenfalls: Die Eliteuniversitäten Harvard, Oxford und Cambridge liegen dabei ganz vorne – aber auch die Universität von Manchester, das Imperial College London sowie die Universität von Tokyo können sich demnach rühmen, CEO-Schmieden zu sein.

Häufige Karrierestationen auf dem Weg zum CEO: Managing Director oder CFO

An einem Studium führt für CEOs offenbar kein Weg vorbei: 92 Prozent von ihnen besitzen einen Universitätsabschluss, 18 Prozent weltweit halten einen Master of Business Administration (MBA). Die Studie zeigt, dass sich dieser Abschluss in Deutschland auf der obersten Führungsebene noch nicht durchgesetzt hat: Hierzulande dürfen nur knapp vier Prozent ihre Visitenkarte mit den drei Buchstaben schmücken; das Diplom ist immer noch der meistverbreitete Abschluss. Immerhin konnten viele deutsche CEOs schon Auslandserfahrung sammeln, denn ein Drittel von ihnen hat eine ausländische Hochschule besucht.

Zwischen Abschluss und CEO-Position, das zeigt ein weiteres Ergebnis der Datenanalyse, liegt für die meisten Topmanager die Position des Managing Directors. Daneben waren viele mit der Rolle des Chief Financial Officers betraut, und auch die Stelle des Chief Operating Officers ist demnach eine strategisch wichtige Position auf dem Weg zum Top-Chef-Posten.

Dienstältester CEO sitzt seit 40 Jahren auf seinem Chefsessel

Auch mit dem Ende des CEO-Life-Cycle beschäftigt sich die Analyse. Demnach haben CEOs in Japan die geringste Überlebensdauer im Amt: Sie sitzen durchschnittlich nur weniger als fünf Jahre auf dem Chefsessel. Weltweit sind es immerhin 52 Prozent, die ihre Position länger als fünf Jahre ausfüllen. Der dienstälteste CEO findet sich übrigens in Deutschland: Seit 40 Jahren ist er bereits im Amt.

Abgesehen davon scheint sich der Diversitätsgedanke auch in der Nationalitätenfrage offenbar auf deutschen Chefetagen noch nicht durchgesetzt zu haben:  80 Prozent der CEOs in Deutschland sind der Analyse zufolge auch in Deutschland geboren. Andere Länder sind hier schon weiter – in der Schweiz etwa besitzt ein Drittel der CEOs keinen eidgenössischen Pass.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Topmanager, Diversity

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