16.04.2015 | CEO-Studie

Deutschlands Chefs weiterhin fest im Sattel

CEOs im DACH-Bereich können zuversichtlich in die Zukunft blicken: Nur jeder zehnte musste 2014 abtreten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Wechselquote der CEOs in Deutschlands Großunternehmen ist weiterhin gering: Nur jeder Zehnte hat im vergangen Jahr gewechselt, wie eine jährliche Studie zeigt. Doch ausruhen können sich die Firmenlenker auf ihrer Position nicht: Denn die Anforderungen an sie sind gewachsen.

Mit zehn Prozent liegt die Wechselquote in der oberen Chefetage im DACH-Bereich demnach sogar zwei Prozentpunkte unter dem Wert aus der Vorjahresstudie (zwölf Prozent). Im internationalen Vergleich finden in dieser Region damit die wenigsten Führungswechsel statt.

Das Beratungsunternehmen Strategy & hat für seine jährliche Studie die 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen untersucht, darunter 300 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Nur jeder Zehnte muss vorzeitig gehen

Auch die Wechselmodalitäten belegen, dass Chefs in Deutschland, Österreich und der Schweiz sicher im Sattel sitzen: Nur ein Zehntel der Wechsel fand vor Ablauf der vereinbarten Vertragslaufzeit statt. Die meisten Wechsel waren durch auslaufende Verträge oder Altersobergrenzen (78 Prozent) begründet. Zwölf Prozent der CEOs mussten wegen einer Übernahme oder Fusion ihren Stuhl räumen.

Eine ebenfalls geringe Wechselquote konnten die Berater in Japan (zwölf Prozent) und Nordamerika (13 Prozent) feststellen. In den Bric-Staaten liegt der Prozentsatz etwas höher, zwischen 15 Prozent in China und jeweils 16 Prozent in Brasilien, Russland und Indien.

Im Branchenvergleich erwies sich die Telekommunikationsindustrie mit 24 Prozent Wechseln in DACH und 42 Prozent weltweit am wenigsten konstant.

Trotz geringer Wechselquoten hat sich die Verweildauer der oberen Chefs im Vergleich zum Vorjahr verkürzt. Durchschnittlich blieben Chefs in Deutschland, Österreich und der Schweiz sechs Jahre im Amt – im Jahr 2013 waren es noch knapp sieben Jahre. Durchschnittlich waren die CEOs bei ihrem Ausscheiden 56 Jahre alt.

Weibliche CEOs wechseln häufiger

Was die Top-Manager heute können müssen, hat die Studie ebenfalls untersucht. Zunehmend gesucht wird zum einen Erfahrung in anderen Unternehmen, Branchen und Ländern: So stieg der Anteil extern rekrutierter CEOs gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozentpunkte auf nun 39 Prozent. Die Hälfte der neuen Firmen-Chefs hat zudem schon operative Erfahrung in anderen Branchen gesammelt, 23 Prozent haben sogar einen internationalen Hintergrund.

Zum anderen ist offenbar auch höhere Bildung wieder zunehmend gefragt: 29 Prozent der neuen CEOs in deutschen, österreichischen und schweizer Konzernen haben promoviert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg: Damals waren es nur 18 Prozent. Abgenommen hat dafür die Zahl der CEOs, die ihre Visitenkarte mit einem MBA-Titel schmücken können: Nur 17 Prozent der Neu-CEOs verfügen über einen solchen Abschluss. Im Vorjahr waren es mit 26 Prozent noch deutlich mehr.

Wie der Geschlechtervergleich ergab, unterscheiden sich die beruflichen Profile von weiblichen und männlichen CEOs kaum. Dennoch verlieren Frauen häufiger als Männer ihren CEO-Posten: So mussten in den vergangenen elf Jahren 32 Prozent der weiblichen CEOs ihre Stelle räumen – bei einem ohnehin nur geringen Anteil weiblicher CEOs von aktuell fünf Prozent. Bei den Männern mussten hingegen nur 25 Prozent gehen.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Top-Manager

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