12.05.2014 | CEO-Studie

Abschied von Doktor-Managern

Der durchschnittliche CEO in Deutschland hat einen MBA-Abschluss, ist männlich und wechselt selten den Job.
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine jährliche CEO-Studie zeigt, dass es hierzulande immer weniger Unternehmenslenker mit Doktortitel gibt – der Trend geht zum MBA-Abschluss. Haben die CEO ihre Position einmal erreicht, wechseln sie nur selten - zumindest die deutschen CEO.

Die Zahl der CEO, die ihre Position aufgeben mussten, ist laut der Studie zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,6 Prozentpunkte gestiegen. Dennoch bleibt Deutschland mit 12,3 Prozent das Land, in dem im Jahr 2013 weltweit die wenigsten CEO-Wechsel stattgefunden haben. Das sind einige Ergebnisse der "Chief Executive Study", die das Beratungsunternehmen Strategy – ehemals Booz and Company – dieses Jahr schon zum 13. Mal durchgeführt hat. Dafür beobachten die Berater jährlich die Veränderungen in den Chefetagen der 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen.

Wer den obersten Chefposten in Deutschland im vergangenen Jahr aufgab, tat dies mit 65-prozentiger Wahrscheinlichkeit, weil sein Vertrag auslief. In 16 Prozent der Fälle führte eine Übernahme oder Fusion  zu einem Wechsel auf oberster Ebene. 19 Prozent der CEO schieden ungeplant – und wohl meist auch unfreiwillig – aus dem Amt.

Wechselkarusell dreht sich schnell in Brasilien, Russland und Indien

In anderen Ländern dreht sich das Wechselkarussell schneller: Spitzenreiter sind hier Brasilien, Russland und Indien, wo 21,1 Prozent der CEO 2013 ihren Job aufgaben. In China gab es im vergangenen Jahr 16,9 Prozent CEO-Wechsel, in Japan 15 Prozent. Weniger rasant geht es im Gegensatz dazu in den Regionen Westeuropa (12,9 Prozent) und Nordamerika (13,2 Prozent) zu. Der weltweite Durchschnitt liegt aktuell bei 14,4 Prozent, also etwas über dem Schnitt im deutschsprachigen Raum.

Starker Zuwachs von CEO mit MBA

Die Ergebnisse geben auch einigen Aufschluss über Alter und Bildungsniveau der CEO: Im deutschsprachigen Raum waren die ausscheidenden Topmanager im Schnitt 57 Jahre alt und damit zwei Jahre jünger als im Vorjahr. Noch nicht einmal jeder fünfte CEO kann mehr einen Doktortitel aufweisen: Nur noch 18 Prozent der deutschen, österreichischen und Schweizer Unternehmenslenker haben promoviert, weltweit sind es noch acht Prozent. Dafür lässt sich ein Trend zum MBA-Abschluss erkennen: Konnten sich im Vorjahr nur 15 Prozent der deutschsprachigen CEO mit einem solchen Titel schmücken, sind es dieses Jahr schon deutlich mehr (26 Prozent).

Deutschland mit 14 Prozent weiblichen CEO auf Rang zehn

Ernüchternd ist das Ergebnis in Hinblick auf weibliche CEO: Weltweit lag die Frauenquote bei den neu ernannten CEO im Jahr 2013 nur bei drei Prozent, was 1,3 Prozent weniger ist als im Vorjahr.

Dabei steht Deutschland vergleichsweise gut da: Hier waren im vergangenen Jahr 14 Prozent der neu ernannten Topmanager weiblich. Damit landet Deutschland auf dem zehnten Rang weltweit. In den anderen beiden DACH-Staaten liegt die Quote geringer: In Österreich wurden 11,3 Prozent der vakanten CEO-Posten mit Frauen besetzt (Rang 15 weltweit), und in der Schweiz schafften es zehn Prozent Frauen in die Spitzenposition (Rang 17).

Schlagworte zum Thema:  Manager, Führungskräfte, Abschluss

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