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12.01.2015 | Top-Thema Candidate Experience

Warum jeder Bewerberkontakt zählt

Kapitel
Positive Eindrücke erzeugen: Dann tragen Bewerber ihre guten Erfahrungen über das Unternehmen auch weiter.
Bild: MEV-Verlag GmbH, Germany

Bei den Themen "Rekrutierung" und "Arbeitgeberattraktivität", fällt immer häufiger der Begriff des "Candidate Experience". Er bezeichnet die Erfahrungen, die Bewerber im Kontakt mit Unternehmen machen. Warum diese Erfahrungen wichtig sind, um Mitarbeiter zu gewinnen.

Der Begriff "Candidate Experience" kommt ursprünglich aus dem Kundenmarketing. Abgeleitet ist er vom Kundenerfahrungsmanagement ("Customer Experience Management"). Mithilfe des Kundenerfahrungsmanagements sollen die Kunden an möglichst vielen Kontaktpunkten, sogenannten "Touchpoints", mit dem Unternehmen und seinen Marketingmaßnahmen positive Erfahrung sammeln. Es soll so eine emotionale Bindung zwischen dem Kunden und dem Anbieter oder dem Produkt entstehen, sodass die Kunden selbst zu Markenbotschaftern werden.

Viele Interessenten überzeugen

Ganz ähnlich funktioniert "Candidate Experience Management": Nicht nur auf Karrierewebseiten oder Recruiting-Messen haben Bewerber Berührungspunkte zu Unternehmen, sondern an vielen weiteren Stellen, unter anderem im Gespräch mit Personalern bei telefonischen Rückfragen oder in Vorstellungsgesprächen mit Führungskräften. Werden sie während solcher Kontakte enttäuscht, können Bewerber schnell abspringen.

Ziel des "Candidate Experience Management" ist es zunächst, einen möglichst hohen Anteil von Interessenten von einer Bewerbung zu überzeugen und dann die besten Kandidaten an das Unternehmen zu binden. Im Sinne des Kundenerfahrungsmanagement kann daher formuliert werden: Candidate Experience zielt darauf ab, Interessenten zu Bewerbern und Bewerber zu begeisterten Botschaftern der Arbeitgebermarke zu machen.

Wie Unternehmen Erwartungen enttäuschen

Doch häufig erleben Kandidaten im Kontakt mit Betrieben einige Unstimmigkeiten. Viele Unternehmen bauen Erwartungen mit ihren Personalmarketing-Aktivitäten auf, die bald enttäuscht werden. Zum Beispiel, wenn Firmen in ihren Hochglanzbroschüren von einer "Zusammenarbeit auf Augenhöhe" schwärmen und die Führungskraft sodann den Bewerber im Interview tatsächlich wie einen Bittsteller behandelt. Wenn am ersten Arbeitstag weder das versprochene Laptop noch das benötigte Firmenhandy vorhanden sind. Wenn die Arbeitgeber ihre Interessenten mit komplizierten und aufwendig auszufüllenden Online-Bewerbungsformularen abschrecken. Oder ganz einfach, wenn Bewerber keine Rückmeldung auf ihre Bewerbung erhalten.

Wie Interessenten zu Bewerbern werden

Wie können Arbeitgeber herausfinden, an welchen Stellen Bewerber abgeschreckt oder falsche Erwartungen bei ihnen geweckt werden? "Schwachstellen in seiner Candidate Experience ermittelt ein Arbeitgeber mit Benchmarking und ganz einfach durch Tests", erklärt Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von Stepstone. Er rät dazu, ein Hauptaugenmerk auf die technische Optimierung des Prozesses zu legen: "Bewerbungsprozesse laufen heute meist bis zum Vorstellungsgespräch digital ab. Dabei ist es das Ziel, einen möglichst hohen Anteil von Interessenten von einer Bewerbung zu überzeugen. Komplexe Formulare können den Bewerbungsprozess stark beeinträchtigen und insbesondere Kandidaten mit begehrten Profilen abschrecken", sagt er.


Weiterlesen:

Kapitel 2: Worauf Bewerber Wert legen

Alle Informationen zum Thema "Candidate Experience" finden Sie auf der Themenseite.

Haufe Online-Redaktion

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Bewerbung, Recruiting, Employer Branding, Candidate Experience