1

0

12.01.2015 | Top-Thema Candidate Experience

Vielfältige Berührungspunkte zu Bewerbern

Kapitel
Informationspunkte gibt es viele, über die Berwerber zum Unternehmen in Kontakt treten.
Bild: beermedia - Fotolia

Wer sich als Bewerber über ein Unternehmen informiert, kann unter vielen Quellen wählen: Stellenanzeigen, Unternehmenswebseite, Aussagen von Dritten. Daher sollten Unternehmen ein stimmiges Informationsbild schaffen – und Bewerben an vielen Kontaktpunkten eine positive Erfahrung bieten.

Um den Kandidaten möglichst häufig zu einer positiven Erfahrung mit dem Unternehmen zu verhelfen, müssen die Firmen mit sämtlichen Kontaktpunkten vertraut sein – auch mit solchen, die keine offensichtliche Informationsquelle darstellen. Außerdem darf die allgemeine Unternehmenskommunikation nicht außer Acht gelassen werden. Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit wie Medienberichte, Gastbeiträge und klassische Werbung beeinflussen das Bild, das in den Köpfen von Kandidaten entsteht und haben daher Einfluss auf das Employer Branding.

Die effizientesten Touchpoints optimieren

Je zahlreicher die Kontaktpunkte sind, desto relevanter ist es für Unternehmen, die wichtigsten für ihre Ziele zu identifizieren und zudem festzulegen, auf welche sie am einfachsten Einfluss ausüben können. So sollte eine Stellenanzeige aussagekräftig sein und nicht nur das Jobprofil, sondern auch wichtige Zusatzinformationen zum Unternehmen bereitstellen. Aktuell besteht häufig noch eine große Diskrepanz zwischen den Wünschen potenzieller neuer Mitarbeiter und dem Informationsgehalt in Stellenanzeigen.

Hat eine Stellenanzeige das Interesse des Kandidaten geweckt, sucht er normalerweise auf der Webseite des Unternehmens nach weitere Informationen. So verfahren rund 90 Prozent der Jobsuchenden. Der Karrierebereich des Auftritts sollte klar strukturiert sein sowie transparent und detailliert über Bewerbungsprozess und Unternehmen informieren. Flankierend sollte das Unternehmen die wichtigsten Social-Media-Kanäle mit relevanten Informationen bespielen – für fast ein Fünftel der Kandidaten ist das von Bedeutung.

Optimierung bei der persönlichen Kommunikation

Haben die vorhandenen Informationen den Kandidaten von einer Bewerbung überzeugt, offenbaren sich in der persönlichen und elektronischen Kommunikation zahlreiche Touchpoints, die meist noch optimiert werden können: E-Mail-Anfragen sollten zügig beantwortet werden. Telefonische Kontaktaufnahmen durch Bewerber sollten kompetent an den richtigen Ansprechpartner weitergeleitet und Anliegen zufriedenstellend bearbeitet werden. Auch die Übermittlung der Bewerbung sollte technisch so einfach wie möglich gelöst und in kurzer Zeit zu bewerkstelligen sein.

Persönliche Gespräche prägen Eindrücke am stärksten. Beim Vorstellungsgespräch sollten Bewerber höflich als Gast behandelt werden. Fehl am Platz sind Desinteresse, Unwissen und Irritation. Das Interview verrät Entscheidendes über Menschenbild, Prioritätensetzung, Dialogverhalten, Wertschätzung und Klarheit von Anforderungen.

Auch andere persönliche Begegnungen wie Karrieremessen oder auch die aktive Ansprache der Kandidaten durch Recruiter oder Personalberater (Active Sourcing) sollten aus Sicht des Bewerbers analysiert und mit Blick auf einen guten Eindruck optimiert werden.

Nach der Bewerbung geht’s weiter

Die Nacharbeitung einer Bewerbung – bei positivem wie auch negativem Feedback – spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Bewertung des Unternehmens durch Kandidaten. Durch zeitnahe und persönliche Zwischennachrichten erhält ein Bewerber die notwendige Wertschätzung. Laut einer Stepstone-Umfrage erwarten Bewerber nach spätestens zwei Wochen die erste Resonanz auf ihre Bewerbung. Erhalten sie überhaupt keine Rückmeldung, empfinden 80 Prozent der Kandidaten das Unternehmen fortan als unsympathisch. Auch Absageschreiben können trotz des negativen Ergebnisses zu weiteren Bewerbungen motivieren und einen guten Eindruck vom Unternehmen hinterlassen.

Mit einer Zusage und der begleitenden Kommunikation muss der Kandidat endgültig vom Unternehmen überzeugt werden. Gelingt das, kann Candidate Experience in die letzte Phase des Onboardings übergehen: Dann zeigt sich, ob das Unternehmen seine Botschaften aus dem Employer Branding authentisch in Wirklichkeit umsetzen und die Kandidaten dauerhaft halten kann.

Autor: Sascha Coenen, Leiter Kommunikation bei der Stepstone Deutschland GmbH


Weiterlesen:

Kapitel 4: Candidate Experience verbessern

Haufe Online-Redaktion

1

Bewerbung, Recruiting, Employer Branding, Candidate Experience

Aktuell

Meistgelesen