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Executive MBA "made in China" immer beliebter

Chinesische und europäische Absolventen der Tsinghua Business School feiern ihren EMBA-Abschluss.
Bild: Tsinghua University

China ist ein wichtiger Markt für viele Unternehmen. Dabei sind Führungskräfte mit China-Expertise gefragt. Führende Business Schools haben daher damit begonnen, MBA-Programme mit einer chinesischen Partnerschule anzubieten – die auch bei chinesischen Managern zunehmend auf Interesse stoßen.

Für das IMD ist es eine Premiere. Erstmals vergibt die europäische Topschule einen MBA-Titel zusammen mit einer anderen Schule. Im April startete der neue IMD-CKGSB Dual Executive MBA, bei dem sich die Business School in Lausanne mit der Cheung Kong Graduate School of Business (CKGSB) in Peking zusammengetan hat, um einen gemeinsamen Executive MBA für Führungskräfte mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung anzubieten.

Nachholbedarf in Sachen China-Kompetenz

Zielgruppe des neuen IMD-CKGSB Dual Executive MBA sind sowohl Mitarbeiter aus europäischen Unternehmen, die in Asien expandieren, als auch Manager aus chinesischen Unternehmen, die in Europa Firmen kaufen und natürlich auch chinesische Führungskräfte von multinationalen Konzernen in China.

"Wir haben aber auch Gründer aus China, die ihr Wissen ausbauen wollen", betont Phil Rosenzweig, Programmdirektor des neuen Studiengangs.

Gerade bei deutschen Unternehmen gebe es in Sachen fundierter China-Kompetenz manchmal noch Nachholbedarf, glaubt der Professor für Strategie und internationales Management. Auch Manager aus mittelständischen Unternehmen, die von chinesischen Firmen aufgekauft wurden und sich daher mit der chinesischen Kultur und dem Managementstil vertraut machen müssen, sieht er als ideale Zielgruppe.

Aufgrund der Bedeutung Chinas für die Unternehmen werde die Entscheidung für das Studium stärker als beim "normalen Executive MBA" vonseiten der Firmen angetrieben und die Teilnehmer würden daher auch öfter finanziell unterstützt, glaubt der Professor.

Chinesische Schulen auch in Europa aktiv

Die China Europe International Business School (Ceibs) in Shanghai  wird ab nächstem Jahr in Europa aktiv und startet gemeinsam mit der Iese Business School in Barcelona einen neuen World Executive MBA. Drei Module werden an Standorten der Ceibs in Shanghai, Peking und Shenzhen stattfinden, drei weitere bei Iese in Barcelona, New York sowie auf dem neuen Campus in München.

Professor Urs Peyer sieht die neue Konkurrenz eher gelassen. "Der Markt für englischsprachige EMBA-Programme in China ist noch relativ klein", sagt der Dean für Degree-Programme am Insead. Denn noch immer seien gute Englischkenntnisse eine große Hürde für viele Führungskräfte in China.

An der europäischen Topschule Insead gibt es bereits seit 2007 einen gemeinsamen Executive MBA mit der Tsinghua University in Peking. Inzwischen haben 271 Manager das Tsinghua-Insead EMBA Programm absolviert.

Das Studium dauert 18 Monate und umfasst zehn Module, fünf davon finden in Peking statt, der Rest in Singapur, Abu Dhabi und Fontainebleau bei Paris, den drei Standorten von Insead.

"Zielgruppe sind Manager, die in China tätig sind oder mit einem chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten und vertieftes Wissen suchen", erklärt Peyer. Auch am Insead beobachtet man ein zunehmendes Interesse bei Managern aus chinesischen Unternehmen.

In der aktuellen Klasse sind 13 Nationalitäten vertreten. Darunter seien natürlich auch viele Chinesen, die im Ausland leben, so Peyer. Vereinzelt sind auch deutsche Teilnehmer dabei.

Vor Ort erfahren, wie man in China Geschäfte macht

Die Mannheim Business School bietet seit 2011 zusammen mit der School of Economics and Management an der Tongji Universität in Shanghai den gemeinsamen Mannheim-Tongji Executive MBA an. Derzeit absolvieren 75 Teilnehmer das Programm. 59 haben es bisher abgeschlossen. Je 40 Prozent der Teilnehmer kommen aus Deutschland und China, der Rest aus anderen Ländern.

Mehr China soll es künftig auch an der ESCP Europe geben. Dazu kooperiert die Schule mit fünf Standorten in Europa ebenfalls mit der Tongji Universität. Zwar gibt es im Executive MBA bereits heute ein Seminar in China, in dem es neben den Vorlesungen auch Firmenbesuche und Gespräche mit Entscheidungsträgern gibt, geplant ist aber zudem ein eigener "Shanghai Track". Dabei absolvieren die Teilnehmer die Kernkurse in Shanghai, müssen dann aber für die Wahlkurse nach Europa.

Einen anderen Weg geht die WU Executive Academy mit ihrem Global Executive MBA. Dort können die Teilnehmer seit Kurzem einige Module etwa zum Thema Führung oder Finanzmanagement am südchinesischen Lignan University College an der Sun Yat-sen University in Guangzhou absolvieren und so vor Ort erfahren, wie man in China erfolgreich Geschäfte macht.

Hinweis: Dies ist ein Auszug aus dem Beitrag "Der 'China-MBA' im Aufwind" von Journalistin und MBA-Expertin Bärbel Schwertfeger. Den kompletten Beitrag lesen Sie in Ausgabe 05/2015 der Wirtschaft + Weiterbildung.

Schlagworte zum Thema:  MBA, Business School, Führungskräfteentwicklung

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