| Frauenquote

Bundesregierung wehrt sich gegen das Quotenmodell der EU

Viviane Reding scheint mir ihren Quotenplänen nicht weit zu kommen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Forderung nach mehr Frauen auf Chefsesseln sollte nach dem Plan der EU-Justizkommissarin Viviane Reding in einer verbindlichen Frauenquote gipfeln. Doch die scheint schon wieder gescheitert zu sein, denn Deutschland und weitere gewichtige EU-Ländern stemmen sich dagegen.

Die Bundesregierung will die Einführung einer Frauenquote für Unternehmensführungen durch die Europäische Union verhindern. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) schreiben nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" in einem gemeinsamen Brief, dass eine rechtlich bindende Vorgabe der EU für eine Quote nicht der richtige Weg sei. Das Familienministerium bestätigte die Existenz des Schreibens.

In ihrem Schreiben bemängeln die Ministerinnen Schröder und Leutheusser-Schnarrenberger, die Quote werde "weder den unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten noch den branchenspezifischen Bedürfnissen der Unternehmen gerecht".

Deutschland steht auf der Seite Groß-Britanniens

Der Brief ist dem Bericht zufolge an den britischen Wirtschaftsminister Vince Cable adressiert. Großbritannien bemüht sich unter Federführung von Cable seit längerem, die von EU-Justizkommissarin Reding geplante Frauenquote zu verhindern.

Zuvor hatte sich bereits ein knappes Dutzend Länder gegen den Vorstoß von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine Frauenquote ausgesprochen. Mit dem Brief der beiden deutschen Ministerinnen hat sich nun auch Deutschland offen auf die Seite der Quoten-Gegner gestellt.

 Deutschland und die zehn Staaten, die sich bereits Anfang September gegen eine EU-Quote gestellt haben, verfügen in Brüssel zusammen über eine Sperrminorität - Reding wird ihre Quote damit voraussichtlich nicht durchsetzen können.

Schlagworte zum Thema:  Frauenquote, EU

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