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| Betriebliche Weiterbildung

Weiterbilden für Erfolg und Innovationen

Viele Arbeitgeber hoffen laut IW-Erhebung, dass sich die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter in barer Münze auszahlt.
Bild: PhotoDisc Inc.

Zeit und Geld: Von beiden Ressourcen investieren Arbeitgeber so viel wie nie in die Mitarbeiter-Weiterbildung, so eine Erhebung des IW Köln. Dahinter stehen vorwiegend pragmatische Gründe: Die Investition soll den wirtschaftlichen Erfolg und die Innovationsfähigkeit der Unternehmen sichern.

Noch nie haben Firmen und Beschäftigte so viel Geld und Zeit für die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter aufgewendet wie im vergangenen Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die "IW-Weiterbildungserhebung 2014", für die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Köln 1.845 Unternehmen befragt hat.

Eine große Mehrheit von 86 Prozent der Unternehmen hat ihren Mitarbeitern demnach im Jahr 2013 die Möglichkeit gegeben sich weiterzubilden. Damit ist deren Zahl im Vergleich zur vorangegangenen Befragung aus dem Jahr 2010 um drei Prozent gestiegen.

Weiterbildung: ein Drittel in der Freizeit

Die Befragung gibt auch Aufschluss darüber, was die Unternehmen sich die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter kosten lassen: Insgesamt 33,5 Milliarden Euro investierten sie demnach im vergangenen Jahr in entsprechende Maßnahmen. Dies bedeutet ein Plus von 16 Prozent gegenüber 2010. Pro Mitarbeiter ergeben sich daraus durchschnittliche Kosten von 1.132 Euro.

In Zeit bemessen investierten die Arbeitgeber durchschnittlich 32,7 Stunden in die Weiterentwicklung ihrer Beschäftigten. Diese Weiterbildungsmaßnahmen fanden zu rund zwei Dritteln während der Arbeitszeit der Mitarbeiter statt und zu rund einem Drittel in deren Freizeit.

Von ihrer zeitlichen und finanziellen Investition erwarten sich die Unternehmen ganz offensichtlich einen Return on Invest: Ausschlaggebend dafür war für die Befragten vor allem ein größerer Geschäftserfolg und die Sicherung ihrer Innovationsfähigkeit. Als weiteres Motiv nannten sie den Wettbewerb um Fachkräfte. Aber auch die Verbesserung von Arbeitszufriedenheit und Motivation der Mitarbeiter spielt eine Rolle.

Geringqualifizierte mit einzelnen Modulen motivieren

Wie frühere Befragungen identifiziert auch die IW-Erhebung potenzielle Verlierer der betrieblichen Weiterbildung: Die Beteiligung an einer Weiterbildung, so die Ergebnisse, ist umso geringer, je niedriger die Qualifikation des Mitarbeiters ist. Gerade An- und Ungelernte bilden sich demnach oft gar nicht weiter. Dies ist in gut 38 Prozent der Unternehmen der Fall; andere Qualifikationsgruppen haben deutlich höhere Chancen auf eine Weiterbildung.

Doch es gibt gute Motivationsfaktoren: Den Erkenntnissen der Studienautoren zufolge lassen sich Geringqualifizierte mit geeigneten Formaten zur Weiterbildung motivieren. Als besonders erfolgversprechend erscheine die Qualifizierung in Modulen, so die Autoren. Dabei wird ein anerkannter Ausbildungsberuf in Bausteine aufgeteilt, sodass An- und Ungelernte diesen schrittweise erlernen können. Diese Teilqualifikationen sind nach Auskunft des IW deutlich einfacher zu schaffen als eine mehrjährige Berufsausbildung. Zudem seien sie auf dem Arbeitsmarkt einzeln verwertbar.

Haufe Online Redaktion

Betriebliche Weiterbildung, Innovation, Qualifizierung

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