Arbeitgeber, die eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) als Zusatzleistung anbieten, müssen einiges beachten: Sowohl für die steuerrechtliche Behandlung als auch für die Gewährung an einzelne Mitarbeitergruppen gelten strenge Regeln. Die wichtigsten Punkte für Personaler.

Bevor Personaler einzelne Angebote  für eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) prüfen, sollten Sie sich zum einen über die rechtlichen Besonderheiten einer bKV umfassend informieren, zum anderen aber auch die Wünsche der Mitarbeiter genau abfragen. Denn ihre Motivations- und Bindungswirkung wid eine bKV nur entfalten, wenn ihr Tarif dem Bedarf der Versicherten entspricht.

Wir listen die zehn wichtigsten Fragen, die sich Personaler stellen sollten im Folgenden auf.

1. Was ist die betriebliche Krankenversicherung (bKV)?

Die betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist eine Kranken-Zusatzversicherung, die der Arbeitgeber bei einem Anbieter privater Krankenversicherungen für seine Belegschaft abschließt.

Arbeitnehmer kommen so in den Genuss von Leistungen auf Privatpatienten-Niveau – etwa im Krankenhaus, bei ergänzender Vorsorge oder bei einer Zahnbehandlung. Als Vertragspartner tritt in der Regel der Arbeitgeber auf.

2. Welche Leistungen umfasst eine bKV?

Der Leistungsumfang der Krankenzusatzversicherung kann im Bausteinprinzip vom Unternehmen individuell je nach Bedarf festgelegt werden. Möglich sind beispielsweise Kostenerstattungen beziehungsweise Teilerstattungen bei zahnärztlichen Behandlungen, Chefarztbehandlungen, Vorsorgeuntersuchungen, finanziellen Beteiligungen bei Brillen und Hörgeräten oder Tagegeldern für Kur- und Krankenhausaufenthalte.

3. Wer finanziert die bKV?

Meistens übernimmt der Arbeitgeber die Beiträge zur bKV für seine Mitarbeiter. Es ist aber auch möglich, dass Arbeitnehmer die Beiträge teilweise (als sogenannte Mischfinanzierung) oder ganz übernehmen.

4. Wer kann in der bKV versichert werden?

In der Regel können alle Beschäftigten in den Genuss von bKV-Leistungen kommen, die als „aktive Arbeitnehmer“ gelten. Mit bestimmten bKV-Produkten ist es auch möglich, privatversicherte Mitarbeiter zu versorgen. Letztendlich kann das Unternehmen die bKV der gesamten Belegschaft zur Verfügung stellen – oder auch nur einzelnen Gruppen, sofern der Gleichbehandlungsgrundsatz gewahrt ist. Im Wesentlichen bedeutet das, dass sachliche Gründe für die Gruppeneinteilung vorliegen müssen.

5. Können Familienangehörige mitversichert werden?

Ja – das ist ein wichtiger Pluspunkt der bKV. Ehe- und Lebenspartner sowie Kinder bis 27 Jahre können auch in den Genuss der Leistungen kommen. Für Familienmitglieder sind die Beiträge üblicherweise identisch mit denen des Arbeitnehmers. Allerdings zahlt der Arbeitgeber für die Familie meist nicht mit.

6. Gibt es eine Mindestanzahl an Personen, die in der bKV versichert sein müssen?

Voraussetzung für eine bKV ist in der Regel eine geringe Mindestanzahl an Arbeitnehmern, die von Beginn an versichert werden. Eine Ausnahme stellen meist Produkte für das Krankentagegeld und die Krankenhausbehandlung dar. Hier kann die Mindestanzahl der zu versichernden Personen höher liegen.

7. Gibt es eine Gesundheitsprüfung bei der Antragsstellung?

Finanziert der Arbeitgeber die bKV, fällt die Gesundheitsprüfung weg. Zahlen die Mitarbeiter selbst, ist die Gesundheitsprüfung stark vereinfacht oder entfällt in manchen Fällen. Bei einer sogenannten „vereinfachten Gesundheitsprüfung“ ist die Zahl der gestellten Fragen deutlich reduziert. In jedem Fall unterliegen die Informationen der Schweigepflicht; der Arbeitgeber erfährt es also nicht, wenn beispielsweise ein Mitarbeiter aufgrund der Prüfung keine bKV-Leistungen erhält.

8. Was ist mit Mitarbeitern, die bereits eine private Krankenzusatzversicherung haben?

Vereinbart der Arbeitgeber eine bKV für den Mitarbeiter, kann dieser sich entscheiden, den eigenen privaten Vertrag zu kündigen oder eine Anwartschaft zu vereinbaren. In den meisten Fällen ist eine doppelte Absicherung nicht zweckmäßig und eine Beratung vor Ort sinnvoll.

9. Welche Innovationen gibt es in der bKV?

In der modernen bKV haben modulare Gutscheine die eher starren Altverträge aus der Vergangenheit ersetzt – die neuen Lösungen sind verwaltungsarm und an die individuellen Bedürfnisse des Unternehmens und ihrer Belegschaften anpassbar. Neu im Angebot sind auch digitale Services wie zum Beispiel telemedizinische Angebote.

10. Wie gestaltet sich die Besteuerung der bKV?

Finanziert der Arbeitgeber die bKV, ist diese Frage nach der Besteuerung für Unternehmen sehr wichtig. In der Regel gibt es hier drei Wege: 

  • Erstens, die individuelle Versteuerung nach geldwertem Vorteil 
  • Zweitens, die Nettolohnversteuerung 
  • Drittens, die pauschale Versteuerung

Hier gilt es, gemeinsam mit dem Steuerberater zu klären, welcher Weg den den Bedürfnissen des Unternehmens am meisten entspricht. Versicherer dürfen Detailfragen zu Steuer und Sozialversicherung in der Regel nicht beantworten.


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