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| Betriebliche Krankenversicherung

Neue Steuerregelung für bKV-Beiträge gefordert

Christian Molt, Vorstand Allianz Private Krankenversicherung, möchte die bkV zur zweiten Säule in der betrieblichen Versorgung ausbauen.
Bild: Haufe Online Redaktion, Allianz Deutschland AG

Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung (bKV) sind seit 1. Januar 2014 nicht mehr steuerfrei. Um die bKV trotzdem als personalpolitisches Instrument zur Mitarbeiterbindung attraktiv zu halten, fordert Krankenversicherungsexperte Christian Molt von der Regierung Unterstützung.

Beiträge zur betrieblichen Krankenversicherung werden seit dem 1. Januar 2014 grundsätzlich als Barlohn und nicht mehr als Sachlohn betrachtet, so eine Vorgabe des Bundesfinanzministeriums. Sie sind also nicht mehr steuerfrei, sofern sich die Leistung innerhalb der 44-Euro-Freigrenze des § 8 EStG bewegt. Das bedeutet, dass die Beiträge nun in der Lohnabrechnung der Arbeitnehmer voll versteuert werden müssen. Zudem fallen Abgaben für die Sozialversicherung an.

bKV bleibt ein effektives Personalinstrument

Christian Molt,Vorstand Allianz Private Krankenversicherung, erklärt dazu: "Wir sehen trotz der nachteiligen Neuregelung bei der Besteuerung eine stabile Nachfrage. Die betriebliche Krankenversicherung bleibt weiterhin, was sie schon immer war: ein effektives Personalinstrument, um als Arbeitgeber qualifizierte Mitarbeiter zu finden, zu motivieren und zu halten. Die Steuerfreiheit stand dabei nie im Mittelpunkt. In Zeiten des Fachkräftemangels brauchen Betriebe im Wettbewerb um die besten Köpfe neben einem guten Gehalt ein attraktives Anreizsystem, in dem die bKV eine zentrale Rolle spielt. Unternehmen signalisieren mit einem solchen Angebot, dass ihnen das Wohlergehen der Belegschaft am Herzen liegt und sie sich aktiv für deren Gesundheit einsetzen. Eine Haltung, auf die in Zukunft mehr und mehr Arbeitnehmer Wert legen dürften: Aufgrund des demografischen Wandels müssen gesetzlich Krankenversicherte künftig wieder mit Leistungskürzungen rechnen. Mit der bKV gleicht der Chef Absicherungslücken seiner Beschäftigten aus und die Mitarbeiter kommen sofort in den Genuss von Leistungen, für die sie als Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung selbst aufkommen müssten."

Appell an die Politik: bKV-Beiträge begünstigen

Allerdings sieht Molt gerade aus dem Grund der hohen Praxisrelevanz der bKV Bedarf für steuerrechtliche Förderung: "Gerade weil bKV ein wichtiges und zukunftsweisendes sozialpolitisches Instrument darstellt, sollte es bei ihrer steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Behandlung eine einheitliche Regelung geben. Will die Politik weitere wichtige Gesundheitsleistungen weiter fördern und für mehr Menschen eine zusätzliche Absicherung ermöglichen, wäre es sinnvoll, bKV-Beiträge steuerlich zu begünstigen und die betriebliche Krankenversicherung neben der betrieblichen Altersversorgung als zweite Säule der betrieblichen Vorsorge aufzubauen. Eine summenmäßig begrenzte Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit pro Jahr im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung nach § 3 Nr 34 EStG wäre dabei ebenso vorstellbar wie eine Pauschalversteuerung nach den Vorschriften von § 37a oder 37b EStG. Denn: Weshalb sollen ein Tankgutschein oder eine Betriebsfeier steuerlich begünstigt sein, die betriebliche Krankenversicherung jedoch nicht?"

Haufe Online Redaktion

Betriebliche Altersversorgung (bAV), Betriebliche Krankenversicherung

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