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| Beschäftigung Älterer

11. Seniorentag dreht sich um aktives und gesundes Altern

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den 11. Deutschen Seniorentag eröffnet.
Bild: BAGSO/Christoph Hemmerich

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern den 11. Seniorentag eröffnet. Auch dort wird wieder das Thema "aktives und gesundes Altern" diskutiert. Doch obwohl der demografische Wandel die Wirtschaft zum Handeln zwingt, fehlen in den Firmen noch überzeugende Konzepte für Ältere.

Rund 100 Veranstaltungen werden in drei Tagen in Frankfurt am Main angeboten. Experten aus den Bereichen Politik und Gesellschaft, Bildung und Engagement sowie Gesundheit und Leben wollen über aktuelle seniorenpolitische Themen informieren und mit den Teilnehmern darüber diskutieren.

Die Veranstaltung, die alle drei Jahre stattfindet, soll alle ansprechen, die sich Gedanken machen, wie sie möglichst aktiv und gesund älter werden können. Beim Seniorentag 2012 konnten sich die Veranstalter über hohen Zuspruch bei Ihrer Zielgruppe freuen: 19.500 Ältere kamen damals im Laufe von drei Tagen nach Hamburg.

Die Mehrheit bietet noch keine Angebote 55 plus

Dieser Gedanke scheint in deutschen Unternehmen jedoch noch nicht weit verbreitet zu sein – denn obwohl Prognosen schon lange zeigen, dass es in Zukunft immer wichtiger wird, aufgrund des demografischen Wandels Ältere länger beschäftigungsfähig zu halten und an das Unternehmen zu binden, halten sich die Bemühungen dazu noch in Grenzen (mehr zu den aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt lesen Sie auch im Whitepaper "Die Arbeitswelt im Umbruch").

Das Randstad Arbeitsbarometer hatte im Mai etwa ergeben, dass die Mehrheit der Arbeitgeber in Deutschland noch keine attraktiven Angebote für die Zielgruppe 55 plus geschaffen hat. Nur 43 Prozent der befragten Arbeitnehmer konnten im Zuge der Online-Umfrage bestätigen, das ihr Unternehmen bereits ein Angebot eingeführt habe. Für die Umfrage wurden Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 65 in 33 Ländern befragt, davon 400 in Deutschland.

Ältere sind nach wie vor Weiterbildungsverlierer

Ein Vorbild könnten Unternehmen aus Italien sein: Hier sagen gegenüber den Studienautoren von Randstad immerhin 55 Prozent, dass es in ihrem Unternehmen Angebote für die Generation 55 plus gebe. Dazu könnte etwa gehören, dass Arbeitgeber in Deutschland mehr in die Weiterbildung Älterer investieren. Dass das dringend nötig ist, zeigte erst kürzlich wieder der "Adult Education Survey 2014", den das Bundesministerium für Bildung und Forschung veröffentlicht hat. Demnach hat die Quote Älterer an der betrieblichen  Weiterbildung in den vergangenen zwei  Jahren sogar abgenommen. Die Teilnahmequote der "Silver Ager" ist nur  bei jenen Weiterbildungsmaßnahmen gestiegen, die sie selbst finanzieren und in ihrer Freizeit besuchen.

Wer Ältere halten will, setzt auf Geld und Flexibilität

Auch beim aktiven Halten der Arbeitnehmer, die mit 63 in Rente gehen können, stehen deutsche Unternehmen noch am Anfang. Nur ein Viertel versucht bisher, die wertvollen Wissensträger über das 63. Lebensjahr hinaus an sich zu binden, wie eine aktuelle Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) zeigt. Wer dies tut, setzt meist auf finanzielle Anreize und flexible Arbeitszeiten.

Dabei könnten Unternehmen viel mehr tun, um ihre Silver Ager weiter zur Arbeit zu motivieren. Welche Beschäftigungsmodelle und Weiterbildungsmöglichkeiten es speziell für Ältere gibt, lesen Sie in Ausgabe 05/2015 des Personalmagazins. Hier können Sie die Ausgabe als App lesen.

Tipp: Mehr zu den aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt lesen Sie auch im Whitepaper "Die Arbeitswelt im Umbruch".

Haufe Online Redaktion

Demografie, Ältere Mitarbeiter, Weiterbildung

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