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Bertelsmann Stiftung: Im Süden lernt es sich am besten

Kreise und kreisfreie Städte in Bayern und Baden-Württemberg bieten in Deutschland die besten Lernbedingungen. Besonders überraschend: Der Osten der Republik braucht sich nicht zu verstecken. Unterschiede zeigen sich weniger zwischen Ost und West, vielmehr kristallisiert sich ein deutliches Süd-Nord-Gefälle heraus, offenbart der Deutsche Lernatlas.

Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. Dahinter folgen etwa gleichauf Regionen in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht der Flächenstaaten. Bei den Stadtstaaten liegt Hamburg vor Berlin und Bremen. Das sind die zentralen Ergebnisse des Deutschen Lernatlas, den die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht hat.

"Der Deutsche Lernatlas zeigt uns, wo die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen am besten sind", erklärt Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. Zugleich verdeutliche er aber auch, dass Lernen mehr sei als Schule. Menschen lernen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen. Deshalb erfasst der Deutsche Lernatlas auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen. Er bietet so die Möglichkeit, die Lernbedingungen in allen Lebensbereichen greifbar und vergleichbar zu machen.

 

München, Erlangen und Bamberg sind Spitzenreiter

Unter den größten Städten Deutschlands bietet München die besten Lernbedingungen, bei den mittleren und kleineren kreisfreien Städten liegen Erlangen und Bamberg vorn. Unter den ländlichen Regionstypen schneiden die Kreise Würzburg, Main-Spessart und Miesbach am besten ab.

20 Jahre nach der deutschen Einheit zeigt sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Beim "Schulischen Lernen" schneidet beispielsweise auch Thüringen sehr gut ab. Nachholbedarf besteht im Osten allerdings beim "Sozialen Lernen", denn viele Regionen in den neuen Bundesländern hinken beim sozialen Engagement hinterher.

 

Ländliche Regionen schneiden häufig besser ab als Großstädte

Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten. Außer beim "Persönlichen Lernen" erzielen ländlich geprägte Kreise im Durchschnitt deutlich bessere Ergebnisse als die deutschen Großstädte.

Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhängen, zeigen die Überraschungssieger des Deutschen Lernatlas: Städte wie Dresden, Jena, Kaufbeuren und Rosenheim, aber auch die Landkreise Trier-Saarburg oder Amberg-Sulzbach. Sie gehören trotz ungünstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den überdurchschnittlichen Lernregionen.

 

Alle Ergebnisse, Einzelprofile für die 412 deutschen Kreise und kreisfreien Städte, ein Bundesländervergleich sowie ausführliche Karten und Diagramme können Sie online unter www.deutscher-lernatlas.de abrufen.

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