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Noch kein Aus für die betriebliche Altersversorgung

Der Leitzins ist im Rekordtief - doch die Vorteile einer betrieblichen Altersversorgung bleiben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die gegenwärtige Niedrigzinsphase lässt manchen Mitarbeiter an der Attraktivität seiner betrieblichen Altersversorgung zweifeln. Doch deren Wert bestimmt sich nicht alleine über die Rendite – ihre Pluspunkte sind staatliche Förderung und langfristige Sicherheit.

Ein Ende der Niedrigzinsphase scheint nach der erneuten Absenkung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank auf das historische Tief von 0,5 Prozent vorerst nicht in Sicht. Schon werden Befürchtungen laut, dass sich die kapitalgedeckte Altersvorsorge nun nicht mehr lohne. Doch niedrige Marktrenditen sind nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) die Leistungsversprechen der Arbeitgeber und eine umfassende Absicherung individueller Lebensrisiken. 

Staatliche Förderung durch Steuer- und Sozialversicherungsersparnis

Michael Wrobel, Ressortvorstand für Kapitalanlagen bei der Kölner Pensionskasse, erinnert daran, dass die Betriebsrente auch im gegenwärtigen Zinstief eine besonders attraktive Form der Altersvorsorge bleibt. "Altersvorsorge sollte man nicht mit Kapitalanlage gleich setzen. Die Rendite ist wichtig, aber bei weitem nicht alles. Die Priorität liegt vielmehr auf der langfristigen Sicherheit und Verfügbarkeit der Renten. Dieses Versprechen gilt unverändert." Des Weiteren darf man die staatliche Förderung durch Steuer- und Sozialversicherungsersparnis nicht außer Acht lassen.“

Tatsächliche Verzinsung liegt höher

Die aktuell sehr niedrigen Refinanzierungszinsen am Geldmarkt dürfen zudem nicht mit der Rendite in der Altersvorsorge verwechselt werden. So garantieren die Lebensversicherer ihren Kunden nach wie vor den gesetzlichen Rechnungszins von 1,75 Prozent. Die tatsächliche Verzinsung ist dann bei vielen Anbietern noch einmal höher. So kann die Kölner Pensionskasse beispielsweise aufgrund einer vorausschauenden Kapitalanlagestrategie die Vorsorgegelder der Versicherten im Durchschnitt der letzten Jahre mit rund vier Prozent verzinsen. Dazu gehört eine langfristig und risikominimiert ausgerichtete Anlagestrategie mit Sachwertorientierung sowie weltweiter Streuung der Kapitalanlagen. 

Altersvorsorge geht nicht ohne die Absicherung von Lebensrisiken

Gerade in der aktuellen Phase besonders niedriger Zinsen ist es wichtig, sich auf die Kernaufgaben der Alterssicherung zu besinnen. Kurz- bis mittelfristig geht es darum, den Arbeitnehmern bereits während des aktiven Erwerbslebens einen lückenlosen Versicherungsschutz zu bieten, wahlweise inklusive Absicherung für den Eintritt der Invalidität. Langfristig muss der Versicherer dafür Sorge tragen, dass die Leistungsversprechen des Arbeitgebers, also die Zahlung einer Rente, erfüllt werden.

Wrobel erklärt den Zusammenhang: "Alterssicherung bedeutet auch, vor Risiken zu schützen, die auf dem Weg zur Rente auftreten können. Denn was nützt es dem Arbeitnehmer, wenn er ein paar Jahre seine Rente anspart, aber dann berufs- oder erwerbsunfähig wird und er nicht mehr in der Lage ist, seine Beiträge weiter zu bezahlen?"

Diesen Versicherungsschutz kann in der Regel niemand selbst organisieren. Er braucht dazu die Solidargemeinschaft einer Versicherung, um sich vor Erwerbsminderung, Unfall, Krankheit zu schützen oder die Hinterbliebenen im Todesfall abzusichern. Die betriebliche Altersversorgung mit Garantieverzinsung und umfassenden Versicherungsschutz bietet dem einzelnen Arbeitnehmer heute maximale Sicherheit für seine Vorsorgeplanung.

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