28.03.2012 | HR-Management

Azubi-Recruiting: Social Media nutzen, Papierbewerbung nicht ausschließen

Facebook ist aus dem Alltag deutscher Schüler nicht mehr wegzudenken. Auch bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz entdecken die Jugendlichen nun die sozialen Netzwerke, belegt eine Studie der Kommunikationsagentur Kienbaum Communications. Allerdings: Die Mehrheit der befragten Jugendlichen möchte sich auch gerne postalisch bewerben.

Bereits 60 Prozent der befragten Schüler haben eine Karriere-Page eines Unternehmens in einem sozialen Netzwerk besucht und zwei Drittel der Studienteilnehmer empfinden diese bei der Ausbildungsplatzsuche als nützlich und hilfreich.

Dabei schätzen die Teenager besonders die direkte Ansprache und die Schnelligkeit des Mediums: So versprechen sich 73 Prozent der Nutzer eine schnelle Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen. 69 Prozent sehen den Vorteil in den direkten Informationen, die sie über die Karriere-Pages in sozialen Netzwerken erhalten.

 

Internet ist wichtigste Informationsquelle der Zielgruppe

Trotz der wachsenden Beliebtheit von Social Media nutzen die deutschen Schüler hauptsächlich klassische Online-Kommunikationskanäle zur Information über potenzielle Berufsfelder und Arbeitgeber: Von den fast 90 Prozent der Jugendlichen, die sich im Internet über einen Ausbildungsplatz oder ein duales Studium informieren, nutzen 80 Prozent Suchmaschinen, 55 Prozent informieren sich direkt auf der Website des Unternehmens und 44 Prozent suchen in Jobbörsen nach geeigneten Stellenangeboten.

Als zweitwichtigste Informationsquelle nach dem Internet nennen die befragten Schüler Freunde gefolgt von der Familie auf Platz drei. Auch Berufsmessen und das Berufsinformationszentrum werden von mehr als der Hälfte der Jugendlichen als Hilfestellung genutzt, wenn sie sich für eine Ausbildung entscheiden.

 

Authentizität der Informationen spielt wichtige Rolle

Die Jugendlichen nutzen die unterschiedlichsten Kanäle, um sich zu informieren, und hinterfragen dabei die gebotenen Informationen. So zeigt die Studie, dass 53 Prozent der Schüler Erfahrungsberichte anderer Auszubildender im Internet lesen. Rund ein Drittel der Studienteilnehmer liest dazu Erfahrungsberichte Auszubildender in Chats, Blogs und Foren, 13 Prozent besuchen zu diesem Zweck soziale Netzwerke.

Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, dass nur sieben Prozent der Befragten selbst eigene Erfahrungsberichte ins Internet stellen. Die Zahl der passiven Leser überwiegt hier momentan noch deutlich.

 

Rekrutierung funktioniert nur mit zielgruppengerechter Ansprache

Insgesamt sind die sozialen Netzwerke beim Auszubildenden-Marketing auf dem Vormarsch, die Schüler setzen jedoch nach wie vor auch auf bewährte Informationskanäle: 57 Prozent der Jugendlichen würden Informationen zur Ausbildung am liebsten per E-Mail erhalten. Social Media liegen in diesem Ranking mit 33 Prozent nur auf Platz vier.

"Die Studie zeigt vor allem, dass Unternehmen die Schüler zielgruppengerecht ansprechen müssen, um sie erfolgreich für sich zu gewinnen", sagt Iris Kürfgen von Kienbaum Communications dazu und ergänzt: "Der richtige Mix aus Informationskanälen und eine genaue Kenntnis der Zielgruppe sind dabei unabdingbar."

Dass sich die Unternehmen bislang nicht immer an den Wünschen der Schüler orientieren, hat die Kienbaum-Studie ebenfalls aufgedeckt: So würde sich 69 Prozent der befragten Jugendlichen gerne postalisch auf eine Ausbildungsstelle bewerben – eine Bewerbungsart, die Unternehmen zumeist in ihren Stellenanzeigen ausdrücklich ablehnen.

 

Über die Studie

Rund 1.200 Schüler unterschiedlicher Schultypen zwischen 14 und 20 Jahren wurden dazu befragt, ob und wie sie die sozialen Netzwerke zur Ausbildungsplatzsuche nutzen. Die komplette Kienbaum-Studie "Social Media – Azubi-Marketing in privaten sozialen Netzwerken" kann über den Online-Shop von Kienbaum unter www.kienbaum.de erworben werden. 

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