25.05.2011 | HR-Management

Auszeit ist für Manager kein Thema

Work-Life-Balance ist in den Führungsetagen noch keine gelebte Realität. Die Karriere geht vor. So haben zwei Drittel der Manager laut dem aktuellen Hernstein Management Report noch nie einen Karriereschritt zugunsten einer ausgeglichenen Work-Life-Balance abgelehnt.

Obwohl zwei Drittel der Großunternehmen eine Auszeit grundsätzlich als Möglichkeit anbieten, geben nur sieben Prozent der 302 befragten Führungskräfte an, dass Sabbaticals im eigenen Unternehmen auch anerkannt sind. In 27 Prozent der Großunternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es die Möglichkeit eines Sabbaticals gar nicht.

Generell hat die Firmengröße einen großen Einfluss darauf, ob Auszeiten in Unternehmen denkbar sind oder nicht. So gibt es in mehr als einem Drittel der kleineren Unternehmen (100 bis 249 Mitarbeiter) diese Perspektive überhaupt nicht.

 

Auszeit findet wenig Anklang

Darüber hinaus ist der Wunsch der befragten Führungskräfte nach einer Auszeit nicht sehr ausgeprägt. Zwei Drittel kann sich ein Sabbatical gar nicht vorstellen. Für ein Viertel ist eine Auszeit prinzipiell denkbar. Lediglich acht Prozent aller Führungskräfte von Großunternehmen geben an, dass eine Auszeit derzeit für sie persönlich ein Thema ist. Am ehesten sind Schweizer Führungskräfte einer Auszeit zugeneigt, die österreichischen Manager lehnen diese am häufigsten ab.

"Das Ergebnis an und für sich überrascht nicht", so Hernstein Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger. "Menschen in Führungsposition sind Karriere orientiert und möchten in Unternehmen etwas bewegen und weiterentwickeln. Teilweise wird auch die Angst vor Job-Prestige- und Einkommensverlust eine Rolle spielen. Auf der anderen Seite ist es gerade für Führungskräfte wichtig, auf das innere Gleichgewicht zu achten. Nicht zuletzt deshalb, weil man ja seine nachhaltige Leistungsfähigkeit sichern muss. Und da sind Pausen auch für hoch belastete Top-Manager sinnvoll."

 

Weiterbildung als Hauptmotiv für eine Auszeit

Die wenigen in den Führungsetagen, für die eine Auszeit denkbar ist, geben als Gründe vor allem den Wunsch nach mehr Zeit für Familie und Hobbys an. An zweiter Stelle wird die Weiterbildung genannt.

Am meisten favorisiert wird von den befragten Führungskräften die Idee einer Bildungskarenz (31 Prozent in Österreich und Deutschland, 26 Prozent in der Schweiz), aber auch Teilzeitarbeit ist für 19 Prozent denkbar, in Österreich sogar für ein Viertel der Manager. Die Viertage-Woche fällt bei deutschen Führungskräften durch, findet jedoch Anklang in Österreich und der Schweiz.

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