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02.09.2013 | Serie Das Ausbildungsjahr beginnt

Noch sind einige Lehrstellen offen

Serienelemente
Das Gleichgewicht zwischen offenen Lehrstellen und Bewerbern wieder herstellen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In den meisten Unternehmen beginnt heute das neue Ausbildungsjahr. Doch noch kurz vor Beginn berichtete die Bundesagentur für Arbeit von vielen offenen Lehrstellen. Ein Überblick zu einigen Gegenmaßnahmen.

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahrs meldete die Bundesagentur für Arbeit bundesweit noch mehr als 146.000 freie Lehrstellen. Gleichzeitig seien noch über 200.000 junge Menschen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz - über 40.000 davon bereits seit mehr als einem Jahr. Häufig passen die Wünsche der Betriebe und die Schulabschlüsse der Jugendlichen nicht zusammen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) spricht von über 100.000 freien Plätzen. Die Vermittlungsbörsen des Handwerks melden noch 22.300 Ausbildungsplatzangebote. In diesen beiden Bereichen werden fast 90 Prozent der Lehrverträge abgeschlossen.

Studienabbrecher für die Ausbildung begeistern

Um dieser Lage entgegenzuwirken wollen Industrie und Handel offene Lehrstellen verstärkt mit Studienabbrechern besetzen. "Wir suchen händeringend nach Fachkräften, dürfen kein Potenzial verschenken", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem Magazin "Focus". Teile des Studiums könnten anerkannt werden, sodass die von den Hochschulen kommenden Azubis eine Lehre in 1,5 Jahren absolvieren könnten. Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) hatte bereits im Mai entsprechende Pilotprojekte mit den Kammern angekündigt.

Der DIHK hat zudem eine neue App für die gemeinsame Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammern erstellt. Damit können freie Ausbildungsplätze ab sofort auch per Smartphone gesucht werden. Jugendliche beziehen bei der Berufswahl oft Freunde und Eltern ein. Mit der neuen App können sie Informationen zu Berufen oder interessanten Angeboten per Social Network, SMS oder E-Mail teilen, so der DIHK.

Auch ältere Auszubildende einstellen und fördern

Das Land Thüringen versucht zusammen mit der Arbeitsagentur Menschen zwischen 25 und 35 Jahren, die bisher keinen Berufsabschluss haben, mit Prämien zu unterstützen. Damit sollen alle Beschäftigungsreserven gehoben und jungen Leuten die Chance gegeben werden, beruflich doch noch einmal durchzustarten, erklärte der Wirtschafts- und Arbeitsminister Matthias Machnig. Das Neue am Modellversuch "Abschlussorientierte Qualifizierung mit Anreizsystem für unter 35-Jährige": Mit Hilfe von Erfolgsprämien für das Erreichen von Zwischen- und Abschlussprüfungen und Zuschüssen für zusätzliche Aufwendungen sollen die finanziellen Hürden einer Qualifizierung gemildert und die Motivation, den Abschluss zu machen, gesteigert werden. Denn in der Vergangenheit zeigte sich, dass es für einige junge Erwachsene wegen geringer Motivation oder auch finanziellen Problemen schwer ist, eine Ausbildung oder Qualifizierung zu beginnen und erfolgreich zu Ende zu bringen, etwa weil sie familiäre Verpflichtungen haben.

dpa / Haufe Online Redaktion

Ausbildung, Auszubildende, Lehrstellen

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